Yo La Tengo - Popular Songs - Cover
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Yo La Tengo Popular Songs


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 72 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Yo La Tengos Spagat zwischen zart gesetzten Indie-Grüblern und den kaum Single gewordenen Schrammel-Jams können nur langjährige Wegbegleiter nachvollziehen.

Eine kaleidoskopartige Show ihrer eigenen Indie-Historie legen Yo La Tengo mit ihrem neuen Album vor. Zwar wirkt der Konsum dadurch durchaus inhomogen bis unausgegoren, weiß man um die Bandentwicklung oder aber, quasi gleichbedeutend, um die des frühen amerikanischen Indie-Rocks, funktioniert der Yo La Tengo-Trip mehr als passabel.

Dramaturgisch clever beginnt der Einstieg mit dem psychedelischen „Here To Fall“, einem der stärksten Songs des Albums. „I know you're worried / I'm worried too. But if you're ready / I'm here to fall with you” weiß Ira Kaplan zu beschwören. In loser Abfolge durchfliegen wir den Referenzkatalog der Szenehelden und schauen bei Motown-Rock, Boogie Woogie-Anleihen und Belle And Sebastian-Verweisen vorbei. Ob Pop-Charme („Avalon Or Someone Very Similar”) oder Schrammel-Gitarre („Nothing To Hide”), schaurig-schönem Herzschmerz („By Two’s) oder zündelndem Funk („Periodically Triple Or Double”): Yo La Tengo beherrschen scheinbar jedes Metier. Nicht zuletzt ihre urtypischen, epischen Noise-Jams, die das Schlussdrittel des langatmigen Werkes ausmachen.

Oftmals kam die Frage auf, weshalb die Indie-Jünger so viel weniger vom Publicity-Kuchen abbekamen, als die Wegfährten Sonic Youth; und als Antwort hielt allzu oft her, dass die einen aus der Metropole, die anderen aus der Provinz New Jerseys entsprangen. Doch „Popular Songs“ offenbart: Yo La Tengo sind zu wandelbar gewesen in ihrem musikalischen Ouvre. Nicht das Sonic Youth berechenbar sei oder Monotonie vorgeworfen werden kann. Aber Yo La Tengos Spagat zwischen ihren zart gesetzten Indie-Grüblern und den kaum Single gewordenen Schrammel-Jams können eben nur langjährige Wegbegleiter nachvollziehen und versperren sich Insgesamt etwas einer homogenen Fanschar. Insofern ein ambivalentes Album einer starken Band. Zu Beginn die, diesmal erstaunlich sauber, hier: professionell, produzierten, Eingängigkeiten verschiedenster Couleur. Am Ende die harten Brocken und Einblicke in die tatsächliche Seele.

Anspieltipps:

  • Here To Fall
  • Nothing To Hide
  • Periodically Triple Or Double
  • All Your Secrets

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