Nick Cave & Warren Ellis - Soundtrack: White Lunar - Cover
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Nick Cave & Warren Ellis Soundtrack: White Lunar


  • Label: Mute/EMI
  • Laufzeit: 144 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine verworrene, verwegene Soundtrackreise bescheren uns die Herren Cave und Ellis mit dem Doppel-Album „White Lunar“.

Eine verworrene, verwegene Soundtrackreise bescheren uns die Herren Cave und Ellis mit dem Doppel-Album „White Lunar“. „Listen to it as you might listen to an instrumental album, as some kind of trip”, empfiehlt Ellis im Presse-Release und bringt auf den Punkt, was der folgende Einordnungsversuch umkreist. Ein instrumentales Konvolut an seltsamen, einmaligen, befremdlichen und verrückten Empfindungen findet sich hier vereint. Ganz selten einmal diabolisch aus dem Off kommende Lyrics Caves. Das erste Mal nach zehn Songs. Dies ist kein Album, kein thematisch stringentes Kunstprodukt, „White Lunar“ ist das Ergebnis gesammelter Kleinoden für filmische Unternehmungen, die als zu wertvoll empfunden wurden, um dem Verfall übergeben zu werden und die dicht gestaffelt, nebeneinander gestellt, unabweisbaren emotionalen Trip-Charakter haben.

Vier Songs aus „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ von Andrew Dominik (in der Hauptrolle Brat Pitt) machen den Anfang, die nächsten sechs entstammen dem australischen, Western-lastigen Werk „The Proposition“, für das Cave 2005 eigens das Drehbuch schrieb. Der Rest des ersten Durchgangs beherbergt Kompositionen aus der bisher unveröffentlichten Romanverfilmung aus der Feder Cormac McCarthys, „The Road“ von John Hillcoat, einem psychologisch abgründigen und apokalyptischen Roadmovie.

Durchgang zwei enthält Tracks aus zwei Dokumentarfilmarbeiten, dem 2007er „The English Surgeon“ über einen in der Ukraine arbeitenden englischen Neurochirurgen und dem 2009er „The Girls of Phnom Penh“., der die Lebensumstände dreier junger kambodschanischer Prostituierte eindringlich aufzeigt. Vier Songs geben Cave und Ellis aus ihrem Soundtrack-Archiv obendrauf, die gänzlich unbekannt sind.

Sperrig aber groß. Kein Musikalbum, aber Kunst. Cave und sein langjähriger Partner bei den Bad Seeds, Grinderman und The Dirty Three, Ellis, untermauern ihren Status als vielfältige Kunstschaffende.

Anspieltipps:

  • Gun Thing
  • The Road
  • Kerrisons Punch
  • Magma

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