Boxhamsters - Brut Imperial - Cover
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Boxhamsters Brut Imperial


  • Label: Unter Schafen/ALIVE
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach fünf Jahren musikalischer Enthaltsamkeit melden sich die Boxhamsters wieder zurück. Mit „Brut Imperial“ veröffentlicht die Gießener Band, deren Name auf einem Monty-Python-Sketch basiert, ein Album auf gewohnt hohem Niveau und vereinen deutschsprachigen Punkrock mit verschachtelt-kryptischen Lyrics und Indie-Elementen à la bonne heure.

Für die Platte „Saugschmerle“ aus dem Jahre 2000 wurden sie gefeiert und auch die aktuelle Scheibe wird Kritikern wie Fans wenig Grund zum lamentieren bieten. Bereits der Albumeinstieg „1982“ muss zu einem der besten Boxhamsters-Titel der 22-jährigen Bandgeschichte gezählt werden. Schnoddriger und dennoch eingängiger Indie-Punk, der heutzutage vielleicht nur noch von Matula oder den Komplizen der Spielregeln so fabriziert wird. Das beinahe sechsminütige „Mogli“ glänzt mit seinen schrammelnd-ausgedehnten Gitarrenpassagen und das locker-leichte „Flöz & Pökel“ überrascht mit einem vokalen Gastauftritt von Juli-Frontfrau Eva Briegel, in dem sie zusammen mit Oberhamster Martin Coburg eine wirklich erstaunlich gute Figur abgibt.

Auch sonst sind die Texte von Coburg gewohnt pointiert ausformuliert und dieses mal unter anderem von Ian Curtis (Joy Division) Biographie, dem Computergame „Driver“ und der jedem Simpson-Fan bekannten Millhouse-Familie inspiriert worden. „Im Gottmodus“ erinnert an die alten und damals noch medial ungeschliffenen Nada Surf und „Der 3.Ton“ gehört mit dem gesanglichen Auftritt eines, laut Booklet nicht erwähnt werden wollenden, Oi Punks ebenso zu den absoluten Ohrfängern wie das großartig krachende und rumpelnde „Herzigel“ oder dem vertraulich und unter die Haut instrumentierten „Daumenkino“.

Hoffentlich dauert es nicht weitere 60 Monate bis die Boxhamsters wieder zuschlagen. „Brut Imperial“ ist ein Ausrufezeichen und sollte allen selbsternannten Punks auf Lebenszeit (Marke Campino) einmal vor Ohren führen, dass es immer noch funktionieren kann und man sich für nicht wirklich jede akustischen Trend prostituieren muss, um in den Ohren und Herzen der Hörer einen Volltreffer zu landen.

Anspieltipps:

  • 1982
  • Herzigel
  • Mogli
  • Gottmodus
  • Der 3. Ton

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