Nazareth - Razamanaz (Re-Release) - Cover
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Nazareth Razamanaz (Re-Release)


  • Label: Union Square Music
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Angetrieben von Darrell Sweets D-Zug-artigem Drumming und Manuel Charltons entfesseltem Gitarrenspiel melden sich Nazareth mit einem Schlag auf der Höhe der Zeit zurück.

Nach ihrem selbstbetitelten 1971er Debütalbum und dem nur ein Jahr später veröffentlichten Nachfolger „Exercises“, machte sich im Lager der schottischen Newcomer Nazareth schon früh Unzufriedenheit breit. Nachdem „Nazareth” allgemein bei Presse und Publikum sehr gut angekommen war, dümpelte „Exercises” erfolglos vor sich hin. Die Band hatte ihr Potenzial zwar bereits mehr als angedeutet, aber noch suchten die Musiker nach ihrer eigenen Identität. Diese sollten sie mit Album Nummer drei, „Razamanaz“ (05/1973), finden.

Nachdem Nazareth zusammen mit Deep Purple auf Tour waren, entschied sich die Band dafür, den Deep-Purple-Bassisten Roger Glover für ihr nächstes Werk als Produzenten zu verpflichten. Glover nahm der Band die Angst vorm Songwriting und ließ sie einfach drauflos spielen. Die Aufnahmen gingen ratzfatz von der Hand und am Ende waren sich Nazareth sicher, dass sie ein Hit-Album fertiggestellt hatten. Sie vermischten eine satte Portion Härte mit gutem altem Bluesrock und schufen sich ihre eigene Nische im Rock-Zirkus zwischen Uriah Heep, Deep Purple und Led Zeppelin.

Im Zusammenhang mit dem 40. Geburtstag von Nazareth im vergangenen Jahr und der „Loud, Proud & Remastered“-Serie, erlebt nun auch das „Razamanaz“-Album seine Auferstehung. Natürlich wurde dieser Klassiker im Laufe der vergangenen Jahre mehr als einmal wiederaufgelegt und im Sound verbessert, so dass es nicht zwingend einen Grund gibt, das Werk noch einmal aufzulegen. Doch mit dem erneuten Remastering von Tim Turan (u.a. Cat Stevens, The Toy Dolls, The Stranglers) wurden auch sechs Bonus Tracks an das ursprüngliche Werk angedockt und ein Booklet mit neuen Liner Notes verfasst. Es steckt also durchaus Liebe zum Detail in diesem Re-Release.

Schon der titelgebende Opener fegt los wie ein Orkan. Angetrieben von Darrell Sweets D-Zug-artigem Drumming und Manuel Charltons entfesseltem Gitarrenspiel melden sich Nazareth mit einem Schlag auf der Höhe der Zeit zurück. Und so geht’s während des gesamten Albums weiter! Mit ungeheurer Frische und jeder Menge Groove liefern Nazareth heftig stampfende Hymnen zwischen Blues- und Hardrock („Alcatraz“, „Bad bad boy“, „Woke up this morning“, „Too bad too sad“) sowie reinrassige Bluessong wie das Woody-Guthrie-Cover „Vigilante man“ ab. Etwas rauer und ungehobelter klingen dagegen die Single-B-Seiten „Hard living“ und „Spinning top“, während die vier Tracks der BBC Session vom 26. März 1973 ganz im Zeichen der Studioaufnahmen klingen und einen Vorgeschmack auf das wenige Wochen später veröffentlichte „Razamanaz“-Album geben, das zu Recht zum Durchbruchswerk für Nazareth werden sollte.

Anspieltipps:

  • Alcatraz
  • Bad bad boy
  • Sold my soul
  • Too bad too sad
  • Woke up this morning

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