Kontrust - Time To Tango - Cover
Große Ansicht

Kontrust Time To Tango


  • Label: Artist Station/SOULFOOD
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein bisschen Gepfeife aus dem letzten Loch anhören und dann gibt es gewaltig auf die Zwölf! Der Name „Time To Tango“ erweist sich anfangs treffend und abwegig zugleich. Bedenkt man, dass die Tracklist ein Lied namens „The Smash Song“ beinhaltet, wäre auch „The Smash Album“ ein guter Name für dieses Hardcore-Werk aus Österreich gewesen. Nach guten zwanzig Sekunden eröffnet die Alpenland-Kombo einen rhythmischen Rockorkan, der aufs erste Hören bei ganz hohen Adressen anklopft und sich in den Strophen durch die schwungvolle Tangothematik von Genremitgliedern federleicht abzusetzen scheint. Wer noch nicht schreiend weggelaufen vor einer Metalerfahrung der anderen Art ist, der erfreut sich eines Openers, der immer und immer wieder mit Dynamik über weite Strecken überzeugt und einen tollen Prolog für das unbeschriebene Blatt „Kontrust“ abgibt.

Leider zerschlägt sich der gute Eindruck beinahe, den man gerade von der Band mit dem cleveren Namen bekommen hat. „Play With Fire“ wirkt unausgereift und unpassend und gleichzeitig zu angepasst. Erstickte Bläser unter nicht wirklich zündenden, wenn auch einschlagenden Riffs und eine nicht halb so dynamische Gesangsachse wie bei „Dancer In The Sun“. Aber Geduld. Meister sind noch nicht (so oft) vom Himmel gefallen. Besonders Agatas Gesang haut bei „On The Run“ wieder genau ins Gesichtsfeld. Zwar klingt auch hier der Refrain wie eine Ode an andere Bands und nichts Eigenständiges, doch dies wird bei treibendem Metal gerne verziehen. Bis „Sin“ wird auf diesem durchaus guten Niveau weitergearbeiteten und dann kommt eben der erste richtige Stolperstein: Die Ballade. Nehmen wir es mal als positives Zeichen, dass sie weder negativ auffällt, noch das Album wirklich erweitert.

Danach brauch das Album über „We Add The World“ und das Instrumentalstück „Mainstream Bypass“ ein wenig, biss es wieder auf Touren ist und irgendwie erscheint „Clown Parade“ doch eine Spur ruhiger, was allerdings dank neuer Effektspielerei gerne verziehen wird. Es zählt weiter die Devise, dass nicht Einfallsreichtum, sondern Lebensfreude dieses Album bestimmen und dies bisher auf ansprechendem Niveau. Die Wirkung der Ballade zeigt sich erst im Nachhinein. Hat man bis zu dieser noch einfach so gefiert, muss man sich erst wieder an das Tempo gewöhnen. So wirft einen „1k1“ nicht vom Hocker, bis der Endspurt ertönt und doch noch für zuckende Glieder sorgen kann. Zum Lachen gibt es dann auch noch das beinahe folkloristisch anmutende „Vodka, Tribe and Dynamite“ mit „Lalalalala“-Refrain. Zum Schießen, wenn auch schon beinahe auf Blink-182-Niveau.

Das Album bildet die dritte und letzte Hürde, denn so toll ein „Bomba“ auch ist, verblasst ein „Zero“ dagegen dank Austauschbarkeit. Dafür gehen Kontrust allerdings so, wie sie sich vorgestellt haben: Mit einem Knaller zwischen die Augen. So endet wirklich energiegeladener Metal der noch zu sehr an Vorbildern haftet und doch genug eigene Ideen aufweist um Hoffnungen bei Fans für die Zukunft aufkeimen zu lassen. Als Rezensent fühlt man sich wie ein Lehrer, der möglichst streng sein möchte, den Schüler durch seine verquerte, wenngleich noch recht konventionelle Art einfach sympathisch findet. Gut gemacht und jetzt raus hier und am neuen Sound feilen!

Anspieltipps:

  • Dancer In The Sun
  • On The Run
  • Bomba

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
7/10

Turbo 30 (30th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Kontrust“
comments powered by Disqus