The Vals - Sticks & Stones - Cover
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The Vals Sticks & Stones


  • Label: Electrique/ALIVE
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ersetzt man „Einflüsse“ mit „Wollen unbedingt klingen wie...“, kommt man der Sache schon verdächtigst nahe.

The Vals debütieren mit „Sticks & Stones“, aber gehen entgegengesetzt des Albumnamens einen musikalisch felsenfest zementierten Rockweg ohne jegliche Barrieren und scheinen vielleicht auch deshalb den Referenz-Schildern an ihren Akustik-Kreuzungen meist demütig und ohne murren zu folgen.

Ob Oasis-Town, Rolling Stones Valley oder auch ein Abstecher in die Beatles-City. Die Band aus Belfast, bewaffnet mit einem unüberhörbaren 60s Sound, Liverpool-Streichern und einem Sänger der scheinbar das Timbre von John Lennon und Liam Gallagher jahrelang eingeübt hat, um dann schließlich den fast perfekten stimmlichen Mittelwert dieser beiden in seinem Kehlkopf zu vereinen, steuert beinahe jedes Britpop kompatible Städtchen an. Und bei Ihrer Genre geregelten Wanderschaft überlassen The Vals wahrlich nichts dem Zufall. Ein ganzer Begleitkonvoi samt Bläser-Armee, Hammond-Orgel-Armada und sechziger Jahre Gitarren-Stoßtrupp ist mit auf Reisen, kann den Marsch in seichte und langweilige Musiklandschaften dennoch nicht verhindern. Bereits der Startschuss der Band „Too Many People“ bringt es auf den Punkt. Zu viele Menschen! Die hier veranstaltete Überladung inklusive unzähligen musikhistorischen Anleihen und eintöniger Stimme von Frontmann Doherty ist einfach überreichlich.

Und bei „Where I’m Most Alive“, „Light Shine Down“ und „Yesteday Today“ könnte man meinen, hier wurde ein und derselbe Song nur unter anderem Namen ins Album geschmuggelt. Auch der absolut alberne Versuch auf „With You“ mit semi-elektronischer Raffinesse eine Portion Killers mit unterzubringen scheitert brutal und mutiert dieses Lied zu einem unerträglichen Gehör-Schädling. Das klingt grausam! Songs wie das zweifelsohne sympathische „These Little Reasons“ oder das gezupft-ruhige „Things Will Always Be The Same“ stellen hier die Ausnahme und gefallen mit ihrer feinen orchestralen Begleitung bzw. balladesker Melodie. Jedoch klingt das hier größtenteils leider immer nach Vielem, jedoch nicht nach The Vals. So bringen es die Nordiren auf Ihrer Myspace-Seite treffend auf den Punkt. Als „Einflüsse“ der Band werden u.a. genannt: The Beatles, The Who, The Kinks oder The Doors.

Ersetzt man jetzt noch „Einflüsse“ mit „Wollen unbedingt klingen wie...“, kommt man der Sache schon verdächtigst nahe. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die angestrebte Zielgruppe bereits alle Werke der oben genannten Vergleichskapellen im Schrank hat und dies macht The Vals auf jenem musikalischen Pilgerweg nun mal genauso überflüssig wie auch jede andere „Coverband“ auf diesem Planeten.

Anspieltipps:

  • These Little Reasons
  • Things Will Always Be The Same

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