Emil Bulls - Phoenix - Cover
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Emil Bulls Phoenix


  • Label: Drakkar/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer auf der Suche nach hartem Rock ist, der ist mit dem neuen Werk der Emil Bulls bestens bedient.

Es gibt Bandnamen, da fragt man besser nicht noch mal nach, warum und wie es zu diesem Namen gekommen ist. Dazu kommt man auch gar nicht, wenn Alben einen so durchrocken, wie das letzte Stück „The Black Path“. Jetzt fällt der Gitarrist aus und was machen die Jungs aus München? In nicht mal zwei Jahren das nächste Stück Musikgeschichte abliefern! Na gut, vielleicht sollte man nicht zu hoch greifen, aber die Emil Bulls sind wieder mal eine deutsche Band, der man ihre Herkunft im positiven Sinne nicht anhört. Christoph von Freydorf (Gesang), James Richardson (Bass), Stephan Karl (Gitarre), Fabian Füss (Schlagzeug) und Neuzugang Andy Bock (Gitarre) haben auch keinen Skandinavien-Touch nötig, um zu überzeugen. Ihr brachialer und doch melodischer Metal macht Beine, wie es sonst nur die Überfinanzierten Kollegen aus Übersee schaffen.

„Here Comes The Fire“ untermauert gleich mal, warum Drakkar bei dieser Band nicht umsonst Pate steht. Eine vierminütige Wall of Sound, die droht, den Hörer wie eine Lawine zu begraben und alle Unberührten werden anschließend vom nicht minder harten „When God Was Sleeping“ mitgerissen. Überhaupt machen die Bulls es einfach, das Album zu beschreiben. Es gibt Brecher und ein paar Nummern zum „entspannen“ (wie das fantastisch Alternativ-Radio-fähige „The Architects Of My Apocalypse“), was in diesem Fall bedeutet, dass man „nur“ mit dem Kopf nickt und nicht seinen neben Mann in Grund und Boden poggt. Ahja und habe ich die Zwischendinger erwähnt, wie das mal trommelfell- mal herzzerreißende „Time“. Hier wird der Hörer lustig in Bullet for My Valentine-Manier von laut auf leise und zurück gescheucht.

Warum ganz am Ende „I Don’t Belong Here“ noch folgt, ist ein halbes Rätsel, denn das wirkt doch ein wenig sehr, nach Dramaturgie. Emil Bulls haben es eigentlich nicht nötig, das Album mit einer Pianoballade zu beenden. Da machen auch die Gitarren am Ende nichts wirklich gut. Der Track ist zwar solide und eigentlich kein Ausfall, doch im Zusammenhang gehört er da einfach nicht hin. Da wäre ein „It’s High Time“ ein besserer Abschluss gewesen, welches schon gefährlich langsam wird, wenn man bedenkt, dass vorher wieder so eine Granate („Infecting The Program“) an einem vorbergerauscht ist und das Gehör mal eben mitgenommen hat.

Wer auf der Suche nach hartem Rock ist, der ist mit dem neuen Werk der Emil Bulls bestens bedient. Dieser Phönix will allerdings gar nicht zu Asche zerfallen und selbst wenn er es irgendwann tut, dann wird er auferstehen… und wie! Wer es nicht glaubt, der lege die CD doch mal ein und drücke die Play-Taste. Der Rezensent wartet am anderen Ende des Raumes, wo der Hörer hingepustet wird.

Anspieltipps:

  • Here Comes The Fire
  • The Architects Of My Apocalypse
  • Time

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