Perfidious Words - Feel Like Me - Cover
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Perfidious Words Feel Like Me


  • Label: Trisol/SOULFOOD
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Studioalben in zehn Jahren sind für eine Band, die keine endlosen Tourneen bestreitet und pro Album fünf Singleauskopplungen zu promoten hat, alles andere als eine fette Ausbeute. Deshalb wird es für das deutsche Elektro-Pop-Duo Perfidious Words (Lars Rohnstock und Drazen Kostelac) so langsam mal Zeit, dass etwas mehr als üblich geht! Die Grundlagen für einen kleinen Charterfolg bzw. überhaupt einmal etwas mehr Aufmerksamkeit bei einem breiten Publikum zu erhaschen, sind bei Perfidious Words nämlich absolut gegeben.

Der Grund dafür: Das Duo erweist sich auf dem neuen Album „Feel Like Me“ als perfekter Klon von Bands wie Erasure, Camouflage und (natürlich!) Depeche Mode, die als Branchenführer des Elektro-Pop-Genres gelten. Dadurch sind die beiden Musiker zwar keine Kandidaten für einen Eigenständigkeitspreis, aber der geneigte Hörer fühlt sich musikalisch auf Anhieb zu Hause. Sicher keine ganz verkehrte Herangehensweise. Dennoch ist es erstaunlich, wie sehr bestimmte Harmonien und Soundgebilde sowie der Gesang von Lars Rohnstock dem Oeuvre oben genannter Bands gleichen.

Allen voran das Schaffen von Depeche Mode hat es den Jungs schwer angetan. In Songs wie „My body’s needs“, „Hear me calling”, „Questions”, „Patience“ und „Feel like me” lässt sich das allzu deutlich heraushören. Wäre man dem Duo nicht einigermaßen wohl gesonnen, könnte man Perfidious Words deshalb als gewiefte Kopisten hinstellen, die vielleicht etwas verspielter zu Werke gehen und ihre Songs nicht so stringent auf den Punkt komponieren wie die ganz Großen des Genres und fehlende eigene Ideen durch fremde ersetzen. Aber das wollen wir ja nicht.

Sehr wohl soll aber darauf hingewiesen werden, dass es absolut nicht notwendig war, mit „Halt mich fest” einen deutschsprachigen Track auf das Album zu nehmen. Dieser entpuppt sich nämlich als verkappter Elektro-Schlager-Popsong mit erheblichem Fremdschämpotenzial. Da sieht man mal wieder, was es ausmacht, wenn man die Texte nicht auf Anhieb versteht. In der Muttersprache sind lyrische Ergüsse der Marke „Alles was du brauchst / mein Herz in der Hand / doch für dich scheint die Welt nicht groß genug“ eben nun mal sofort als Bullshit zu erkennen.

Anspieltipps:

  • Stay
  • Mirror
  • Patience
  • Another day

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