Charlie Winston - Hobo - Cover
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Charlie Winston Hobo


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Longplayer besticht durch Lockerheit, starke Gefühle und spürbarer Melancholie.

Manchmal passt einfach alles, musikalische Familie, ein sehr prominenter Fürsprecher bei der Plattenfirma und verdammt viel Talent: Charlie Winston aus dem britischen Suffolk darf sein erstes richtiges international erscheinendes Album auf einem Ableger des „Real World“-Labels, welches keinem Geringeren als Peter Gabriel gehört, veröffentlichen. Nach Toursupport für Gabriel begann in Frankreich die Erfolgsgeschichte des mittlerweile 31jährigen Vollblutmusikers, der nun auch hierzulande dank seines Single-Hits „Like a Hobo“ auf der Bildfläche erschien und es in die Radiorotation geschafft hat. Dieser Song nimmt mit seinem locker leichten Folkpop-Touch und der sehr eingängigen Melodie inklusive durchdachter aber einfacher Songstruktur gefangen.

Winston bereichert das Singer/Songwriter-Genre mit seiner persönlichen Pop-, Blues-, Jazz-, Country- und Folk-Abmischung. Bass, Piano, Percussion, Keyboard und Gesang beherrscht das Multi-Talent, der auf seinem steinigen Weg schon Werbejingles, Tanzmusik oder Geigenarrangements für z.B. das BBC-Orchestra komponierte. Nun präsentiert er dreizehn Tracks, die von mit typisch britischem Humor getränkten Texten wie bei „Kick the Bucket“ oder „My life as a duck“, die sich selbst nicht ernst nehmen, herzergreifenden Balladen, die sehr viel musikalischen wie emotionalen Tiefgang aufweisen („Boxes“ und „I love your smile“) und (leicht) treibenden Folk/Country-Popsongs, die einfach Gute Laune erzeugen, man höre „In your hands“ oder „Generation spent“, reichen.

Winstons Stimme, versehen mit einem unüberhörbaren britischen Akzent, kann wahlweise Tempo machen, wahnsinnig emotional klingen, sogar schreien und besitzt so viele Varianten, das das Zuhören einfach Spaß macht. Der Abwechslungsreichtum der CD und die Liebe zum musikalischen Detail und der Melodie sowie die Spielfreude von Winston und seiner Band geben nahezu keinen Anlass für Kritik. Der Longplayer besticht durch Lockerheit, starke Gefühle, spürbarer Melancholie - sehr düster und dramatisch klingt „My name“ - und ausgesprochen viel musikalischem Talent, das viel zu lange verborgen geblieben ist. Dank Peter Gabriel dürfen nun auch wir Winstons Werke anhören, der in Zukunft noch viele gute Kompositionen hervorbringen wird.

Anspieltipps:

  • Like a Hobo
  • I Love Your Smile
  • Soundtrack to Falling in Love
  • Generation spent

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