Fight Like Apes - Fight Like Apes And The Mystery Of The Golden Medallion - Cover
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Fight Like Apes Fight Like Apes And The Mystery Of The Golden Medallion


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus einer Gruppe von Freunden, die bereits vorher in diversen Bands spielten und die Dubliner Proberäume unsicher machten, entstand 2006 die Band Fight Like Apes, bei der MayKay und Pockets an den Keyboards stehen und sich mit dem Bassisten Tom den Gesang teilen. Dazu kommt noch Adrian an den Drums und fertig ist eine Rockband ohne Gitarrist. Sicherlich nicht ganz ohne Ironie stellten die Iren nämlich fest, dass Gitarristen eh nur nerven und ziehen ihr Rock-Potential daher aus verzerrten Synthesizern, wuchtigen Drums und drängelndem Bass. Man könnte bei Fight Like Apes auch von Electro-Punk sprechen, doch dem entgehen spricht, dass die fehlende(n) Gitarre(n) nicht auffallen und eben erdiger Rock auf hohem Energielevel mit dem gewissen Etwas an Nervösität, Pop-Melodien und provokanten Texten geboten wird.

In Seattle unter der Regie von John Goodmanson (Los Campesinos) aufgenommen, ist das Debütalbum „Fight Like Apes And The Mystery Of The Golden Medallion“ nun auch in Deutschland erhältlich und es bleibt abzuwarten, ob der Erfolg aus UK hier wiederholt werden kann. Dass sich auch The Prodigy von der Live-Energie des Quartetts begeistert zeigten, lässt sich nach dem aufreibenden Genuss des Longplayers gut nachvollziehen. Diese Rastlosigkeit und der gewisse Wahnsinn macht schließlich auch Fight Like Apes aus. Nach kurzem, noise-lastigen Intro poltert der Opener „Something Global“ gut gelaunt los und präsentiert keine musikalischen Herausforderungen, sondern Proberaum-Charme, röhrende Synthesizer und insgesamt viel Feedback, gegen das die männlichen wie weiblichen Vocals anschreien, ansingen oder einfach kapitulieren.

„Jake Summers“ bietet gelegentliche Verschnaufpausen, die harmonisch und lieblich im Pop zu Hause sind, dreht danach aber standesgemäß wieder auf, so dass man sich in Acht nehmen muss vor den pre-pubertären Schreien und übersteuerten Synthie-Sounds, die hinter der Pop-Schöngeistigkeit warten. Wie die verwendeten Samples aus Splatter-Filmen ist auch die Musik von Fight Like Apes wie eine bizarre Mischung aus vermeintlicher Ruhe und dem wahnwitzigen Überfall, der nach einer ausführlichen Beschäftigung mit diesem Debütwerk die Grenzen der nervlichen Belastung definitiv überschreitet. Die an sich gut gedachte Mischung aus Stakkato-Pop, wild übereinander gelegten Electro-Sounds und knackigen Drums samt variablem Gesang ist so nur eine mittelmäßige, spaßige Dreiviertelstunde.

Anspieltipps:

  • Jake Summers
  • Digifucker
  • I´m Beginning To Think You Prefer Beverly Hills 90210 To Me
  • Recyclable Ass

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