John Mayall - Tough - Cover
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John Mayall Tough


  • Label: Eagle Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Tough“ ist von der experimentellen Bluesessenz von der Insel nicht mehr viel zu hören.

Alt geworden ist der Mann, der lässig an einer Wand lehnend uns vom Cover anguckt. Der Mann ist aber kein gewöhnlicher Mann, er ist der Godfather of british Blues. In den 60ern und 70ern maßgeblich an der Horizonterweiterung des Blues tätig, ist er 40 Jahre später immer noch der Musik verbunden. Ein großer Verdienst von Mayall ist, dass er, genau wie Frank Zappa, in der Vergangenheit oft als Sprungbrett für junge talentierte Musiker wie Eric Clapton, Walter Trout, Mick Taylor oder Peter Green fungierte.

Auf seinem neuen Album „Tough“ ist von der experimentellen Bluesessenz von der Insel nicht mehr viel zu hören. Mayall hat seine Bluesbreakerbande aufgelöst und sich neue Gesellen gesucht, mit denen er statt dem Jazzblues mehr dem kommerziellen Mainstream-Blues frönt. Der 75jährige Brite kann nach wie vor mit seiner Gitarre umgehen, mit seiner Stimme aber weniger. Seine dünne Stimme wirkt noch dünner als früher, aber man gewöhnt sich dran. Von seiner Gitarrenarbeit kann man sich im ruhigen „Tough Times Ahead“ und im ersten „Nothing To Do With Love“ überzeugen, das eine gelungene Bluesrocknummer ist, für die sich Gary Moore sicherlich nicht schämen würde. Mayalls typische Mundharmonika ist natürlich ebenfalls mit von der Partie.

Großen Anteil an diesem Album haben die Orgel und das Piano, die sich entweder abwechseln oder zusammen musizieren. Reminiszenzen an Saloon-Blues werden dabei in „That Good Old Rockin' Blues” wach. Herausstechen aus dem Ganzen tut nur „How Far Down“, welches wirklich Seele hat und durch eine Akustik Ein- als auch Ausleitung, Gitarren- und Mundharmonikasolo, sowie Gospelartigen Hintergrundgesang überzeugt. Insgesamt plätschert das Album leider nur vor sich hin. Beweise findet man in den sehr bescheiden klingenden, eher langweiligen Stücken „An Eye For An Eye“ oder „Slow Train To Nowhere“, die ohne Spur an einem vorbeiziehen. Nur manchmal blitzt die Kreativität von früher auf, meist bei improvisierten Parts, in denen deutlich mehr Spielfreude vorherrscht.

Mainstream-Blues hin oder her, wir haben es mit durchschnittlicher Musikkost zu tun. John Mayall hat in vergangenen Jahrzehnten genug geleistet, insofern lassen wir ihm den Spaß an der Sache, auch wenn ihm langsam aber sicher die Puste ausgeht.

Anspieltipps:

  • Nothing To Do With Love
  • How Far Down
  • Tough Times Ahead

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