Ida Corr - One - Cover
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Ida Corr One


  • Label: Ministry Of Sound/EDEL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein anfangs unbekannter Name, gutes Aussehen und ein plötzlicher Megaerfolg – Künstler von dieser Sorte gibt es wahrlich zur Genüge. Doch bei Ida Corr ist so einiges anders: Sie ist längst nicht mehr im Teenager-Alter, hat ihren Aufstieg anstatt einer Casting-Show vor allem Talent und langjähriger harter Arbeit zu verdanken und anders als der Titel vermuten lässt handelt es sich bei „One“ auch nicht um ihren Erstling – das Album ist lediglich das erste, das sich um internationale Beachtung bemüht. Möglich geworden ist das vor allem durch den Welthit „Let Me Think About It“ (2007), einer Kollaboration mit Fedde Le Grand, die Ida Corr auf einen Schlag berühmt machte – der Track rotiert noch heute regelmäßig auf den Plattentellern unzähliger Clubs.

Anstatt nun ein komplettes Album aufzunehmen wird für „One“ in erster Linie das bisherige Repertoire der dänischen Sängerin hemmungslos ausgeschlachtet: Die meisten der Songs waren bereits auf „Streetdiva“ (2005) bzw. „Robosoul“ (2006) zu hören. Insofern kauft der Hörer – in den meisten Fällen unwissentlich – ein verkapptes Best-Of-Album und kommt folglich in den Genuss einer CD, die praktisch komplett ohne Füllmaterial auskommt. Andererseits wird ihm dadurch allerdings auch eine Qualität und Vielfalt vorgegaukelt, die auf einem vollständig neu produzierten Longplayer so wohl nicht zu finden gewesen wäre.

Doch sei’s drum: Außerhalb von Dänemark sind die Songs bisher weitestgehend unbekannt und außerdem (anders als auf vielen klassischen Compilations) mit Bedacht zu einem Gesamtwerk zusammengesetzt. Während der Schwerpunkt der ersten Hälfte vor allem auf den clubtauglichen Tunes um „Let Me Think About It“ liegt, widmet sich der zweite Teil vor allem Ida Corrs durchaus gelungenen Ausflügen in andere Genres von Pop bis Soul. Der ein oder andere aufmerksame Leser ahnt es vermutlich bereits: Diese Aufteilung zeugt von der verschiedenen Herkunft der einzelnen Lieder. Eine sanfte Durchmischung stellt allerdings sicher, dass „One“ nicht wie zwei Alben auf einer Scheibe wirkt und insgesamt auch für den unwissenden Hörer nachvollziehbar aufgebaut ist.

Auf den bereits angesprochenen Opener folgt das R&B-lastigere „Ride My Tempo“, das den Subwoover nicht weniger beansprucht als der House-Track „Let Me Think About It“. Auch die beiden anderen uneingeschränkt discotauglichen Songs des Albums („Do U Believe?“, „I Want You“) warten mit einem eingängigen Beat auf und sind durchaus tanzbar. Darüber hinaus haben diese Titel allerdings auch die lediglich durchschnittliche Gesangsleistung gemeinsam. Dass Ida Corr mehr kann als das steht bei Betrachtung des gesamten Albums, insbesondere der zweiten Hälfte, außer Frage – ihre Stimme kommt auf derartigen Produktionen schlicht und einfach kaum zur Geltung, da sie neben wuchtigen Beats und Samples stets nur die zweite Geige spielen darf.

Ganz anders verhält sich das bei Tracks wie „Mad“ oder „U“, die sich trotz ihrer stilistischen Ausflüge ausgezeichnet ins Gesamtwerk einfügen. Lediglich „Country Girl“ passt mit seinen Western-Samples nicht so Recht ins Bild und kann höchstens auf seinen Beitrag zum Abwechslungsreichtum des Albums verweisen. Dieser ist allerdings dank Titeln wie „Late Night Bimbo“ oder der Hommage an Soul-Legende James Brown („Mr JB“) ohnehin gegeben und hebt „One“ letztendlich über das Niveau der typischen 08/15-R&B-Platte. Ob es Ida Corr nach ihrem Durchbruch auch gelingt, sich nachhaltig zu etablieren, ist heute noch nicht abzusehen. Jedenfalls arbeitet die Dänin, die ihre Songs beinahe ausnahmslos selbst schreibt, äußerst engagiert daran: Mit „Under The Sun“ steht in einigen Ländern bereits der Nachfolger in den Läden.

Anspieltipps:

  • Let Me Think About It
  • Ride My Tempo
  • Late Night Bimbo
  • Mad
  • Mr JB
  • U

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