Eno, Moebius, Roedelius - After The Heat (Re-Release) - Cover
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Eno, Moebius, Roedelius After The Heat (Re-Release)


  • Label: Bureau B/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

In den siebziger Jahren brachte der immer mehr verbreitete Synthesizer wesentlich mehr Möglichkeiten in die Musik, von denen unter anderem auch das deutsche Duo Cluster (Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius) sowie der Brite Brian Eno angetan waren. Es wurde schnell klar, dass man gemeinsame Sache machen wollte und traf sich 1977 schließlich im Studio von Conny Plank, um die auf Sky Records veröffentlichten Platten „Cluster & Eno“ und „After The Heat“ einzuspielen. Das Hamburger Label Bureau B bringt nun beide Werke in der gleichen Woche neu heraus, um ihnen absolut löblicherweise wieder neues Leben einzuhauchen.

Während bei dem Projekt Cluster & Eno noch effektbeladene Synthesizer und ein stark ineinander greifender Songfluss im Vordergrund standen, ist die Zusammenarbeit unter dem Namen Eno, Moebius & Roedelius deutlich skizzenhafter und weniger von dominanten Electronica-Landschaften intensiviert. Obwohl dieser Umstand die dadurch entstandene Spannung auf „Cluster & Eno“ verhindert und „After The Heat“ beiläufiger erscheint, ist es dennoch ein spielfreudiges Statement für ein musikalisches Leben abseits des austauschbaren Radio-Formats. Insgesamt sehr losgelöst und an Jam-Sessions orientiert, stehen die Songs für sich, sind mal mehr von Brian Eno (der hier gelegentlich auch Vocals beisteuert) geprägt, mal mehr von Cluster. „Broken Head“ und „The Belldog“ sind zwei Songs, in denen vom klanglichen Eindruck Brian Eno die Nase vorn hat, zumal dort seine Stimme natürlich prägt. Untermalt von atmosphärischen, psychedelisch verfremdeten Elektronik-Collagen bietet „Broken Head“ mit seinem unwiderstehlichen Groove und der direkten Rhythmik einen Album-unabhängigen Zugang, der durchaus auch als Single funktionieren würde.

„Tzima N´arki“ orientiert sich als Abschluss weniger am elektronischen Klangkosmos, sondern setzt seine Akzente vor allem durch Streicher-Arrangements, welche fein säuberlich eingebaut den Rhythmus prägen. Überhaupt sind es die entrückten, aber eingängigen Rhythmen, die „After The Heat“ ihren Stempel aufdrücken und die Songdienlichkeit forcieren. War es bei „Cluster & Eno“ noch die durchgängige Atmosphäre, in die man sich fallen lassen konnte, sind es bei diesem Werk nur einzelne Songs, die tief gehen. Doch auch das ist zu verschmerzen, wenn dafür der Groove von „Broken Head“ erobert und das „Luftschloss“ dem Piano einen so großen Spielplatz überlässt.

Anspieltipps:

  • Luftschloss
  • The Shade
  • Light Arms
  • Broken Head

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