Raised Fist - Veil Of Ignorance - Cover
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Raised Fist Veil Of Ignorance


  • Label: Burning Heart/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Präsentieren die meisten gängigen Hardcore-Acts zumeist ein ziemlich überschaubares Repertoire an wilden Power-Chords sowie rohen Gesangsausbrüchen gepaart mit hängenbleibenden Melodien, so markieren hier die Schweden von Raised Fist erneut den kleinen aber feinen Unterschied.

„Veil Of Ignorance“ ist das fünfte Studioalbum der Band um Sänger Alexander „Alle“ Hagman und bietet straighte und kraftstrotzende Hardrock-Mukke, die schwerlich irgendeiner stets bemühten Genre-Zuschreibung zuzuordnen ist. Die seit 1993 im Dunstkreis des Post-Hardcore wildernden Skandinavier gehen gleich ab Track eins „Friends And Traitors“ in die Vollen und enthüllen schon nach wenigen Sekunden die sich nun über knapp 40 Minuten erstreckende Intensität mit der sie auf dieser Platte zu Werke gehen werden. Hier mischt sich Old-School mit Nu-School, diverse Metaleinflüsse im Popmantel werden gereicht und auch die Rockgemeinde kommt dabei reichlich auf ihre Kosten. Keine musikalischen Berührungsängste also! Und deshalb setzt sich diese Band auch wohltuend von vielen anderen akustisch-verwandten Kollegen deutlich ab, die sich trotz mancher Kurzweil jedoch nicht im gleichen Maße wie Raised Fist eine längeres Rotationsprivileg erspielen können.

Songs wie das einfache geile „Wounds“ oder das beinahe besinnungslos gedrummte „Afraid“ preschen mit akustischem Bleifuss durch die Gehörwindungen, wie ein jamaikanisches Eichhörnchen auf Coke. Etwas „ruhiger“ und gedrosselter geht es bei „My Last Day“ zur Sache wobei Shouter „Alle“ auch hier mit seinem ausgeprägten Organ stets dafür sorgt dass der Song zu keinem Zeitpunkt ins Seichte oder Peinlich-kitschige abdriftet. Weitere Knüller sind das fiese und schwer in den Ohren liegende „Slipping Into Coma“, das coole laut-leise-Wechselspiel auf dem grandiosen „Words And Phrases“ oder der straight rockende instrumentale Ausstiegs-Track des Albums „Out“. „City Of Cold“, „Disbelief“ und „Never Negotiate“ hämmern und wall-of-death’en sich erbarmungslos ihren Weg aus den bedauernswerten Boxenmembranen und werden immer wieder von melodiösen Gitarrenpassagen innbrünstig in die eigentliche Songstruktur zurück gepeitscht.

Raised Fist untermauern ihren Status als enorm eigenständige Hardcore-Band. Auch wenn einige wenige Songs im direkten Vergleich zum Rest auf „Veil Of Ignorance“ aufs erste Hören hin etwas abfallen, gibt es mit dieser Scheibe hauptsächlich nur sehr Gutes auf die schlackernden und glühenden Lauscher.

Anspieltipps:

  • Friends & Traitors
  • Wounds
  • Words And Phrases
  • Out

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