Last One Dying - The Hour Of Lead - Cover
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Last One Dying The Hour Of Lead


  • Label: Good Old Boys/INTERGROOVE
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn eine Band heutzutage noch felsenfest am Metalcore festhält und einige der bereits überholten Trademarks des Stils noch dazu eher schlecht gelaunt runterbetet, dann wird für diese Truppe wohl in den nächsten Jahren bald Schicht im Schacht sein. Last One Dying scheißen buchstäblich auf solche Vermutungen und schnalzen nach ihrer 2006er EP „Anthems of the lost“, die allerorts auf positives Nicken stieß, den Nachschlag in Form der LP „The hour of lead“ frohen Mutes nach, die allerdings die guten Vorzeichen der Kurzplatte nicht nutzen kann und leider im Mittelmaß hängen bleibt.

Wie es sich für eine standesgemäße Metal-Scheibe gehört, gibt es erst einmal ein hoch trabendes „Intro“, welches den roten Teppich für den eigentlichen Opener namens „The hour of lead“ ausrollt. Dort flitzen Thorsten Wambach (Gitarre), Andreas Gül (Gitarre) und Ralf Conrad (Bass) über die Saiten, während Drummer Bodo Stricker neben dem Grundtakt ein paar kleine Fills beisteuert, die dem zwischen Klargesang und Shouts pendelnden Mikrophonschwinger Jan Müller, die richtige Nahrung für seine angepisste Performance bieten. Souverän geht es mit „Darkness on my trail“ weiter, da die grandiose Perle „Anthem of the lost“, welche auch auf der EP enthalten war, hier ebenfalls ihre Runden dreht, gehen jener als auch einige der nachfolgenden Songs bezüglich ihrer Wirkung ein wenig unter, haben die fünf Herrschaften aus deutschen Landen mit dieser Nummer bislang einfach ihre ganz eigene Hymne geschrieben, an die derzeit kein Track der Metalcore-Kapelle heranreicht.

In „Annabel Lee“ versucht sich Müller zwar an ein paar derben Growls, wirklich überzeugend ist seine Vorstellung jedoch nicht und auch seine clean dargebotenen Vocals können noch keineswegs mit der angestrebten Konkurrenz von Killswitch Engage oder As I Lay Dying mithalten. Dafür gibt sich die Rhythmusabteilung stets zielsicher und steuert ohne jegliche Beanstandung ihren Teil zum Gelingen der Scheibe bei. Deswegen wäre es nicht schlecht gewesen, wenn das Instrumentarium von Last One Dying wie in „Legacy“ mal öfter von der Leine gelassen worden wäre oder sich am Gastauftritt von Mantas (Ex-Venom) in „Hate me“ ein Beispiel genommen und ein paar melodische Soli aus der Klampfe gezaubert hätte, denn das permanente Midtempo ohne große dynamische Ausschläge geht nach einiger Zeit ziemlich auf den Sack. Alles in allem ist „The hour of lead“ handwerklich in Ordnung, um es mit den ganz Großen im Business aufnehmen zu können, müssen Hades, Minos, Androgeos, Gortys und Rhadamanthys (wie die Spitznamen der Herren lauten) etwas am Feinschliff arbeiten und Schreihals Müller muss noch was mehr Druck auf die Lunge bekommen. In zwei Jahren hören wir uns dann wieder!

Anspieltipps:

  • Legacy
  • Hate Me
  • Into The Deep
  • Anthem Of The Lost

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