Uncle Kracker - Happy Hour - Cover
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Uncle Kracker Happy Hour


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Matthew Shafer alias Uncle Kracker (36), guter Freund, Live-DJ und Co-Songwriter von Kid Rock, ist seit nunmehr zehn Jahren der nette Onkel für Gute-Laune-Sommeralben. Inzwischen sind es vier an der Zahl, die sich zumindest in seiner Heimat ganz manierlich verkauft haben und außerhalb der USA immer dann gut liefen, wenn er Singlehits wie „Follow me“ (2001), „In a little while“ (2002) oder „Drift away“ (2003) vorzuweisen hatte, wobei freilich nur „Follow me“ ein weltweiter Millionenhit war. Als Mitverfasser von Kid Rocks „All summer long“ (2008) kann sich Mr. Kracker allerdings inzwischen zwei solcher Monsterhits ans Revers heften.

Der Song „Smile“ könnte nun der dritte große internationale Hit für Uncle Kracker als Songschreiber werden. Er stammt von seinem 2009er Album „Happy Hour“, das genau wie die Single zu rechten Zeit – es ist Sommer – auf den deutschen Markt kommt. In den USA erschien das von Rob Cavallo (Green Day, Paramore, Meat Loaf, Dave Matthews Band) produzierte „Happy Hour” bereits im September 2009 und erhielt inzwischen mit „Happy Hour: The South River Road Sessions“ einen EP-Nachfolger. Von einer Fan-Überversorgung kann dabei aber nicht gesprochen werden, da der „Happy Hour“-Vorgänger „Seventy Two And Sunny“ inzwischen sechs (!) Jahre zurückliegt.

Ein wenig HipHop, ein kleines bisschen Country, etwas Rock und ganz viel Pop sind auch heuer die Zutaten für Uncle Krackers Gute-Laune-Paket, das niemanden wehtun will und zu kaum mehr als zur Beschallung von sommerlichen Cabrioausfahrten taugt. Schlimm? Nein! Denn auch das muss es geben – und wenn es so gelungen ist wie beim unverschämt eingängigen „Smile“, das einen gelungenen Mix aus einem einprägsamen Text und einer fröhlichen Melodie darstellt, gibt es gar keinen Grund zu meckern.

In Bezug auf ein komplettes Uncle-Kracker-Album verhält es sich da schon anders, da der 36-Jährige die Gute-Laune-Onkel-Nummer gnadenlos bis zum Schluss durchzieht und mit so viel Frohsinn am Stück durchaus etwas auf die Nerven fällt. So berichtet der Amerikaner amüsiert darüber, dass seine Freundin neuerdings auf Frauen steht („My girlfriend“), er mischt die Melodie von Whitesnakes „Here I go again” in seine Ballade „Living the dream” und rappt zu Bläserriffs in „Corner bar”. Mit „Me again“ im Duett mit Jesse Lee und „I’m not leaving“ gibt es sogar zwei weitere Singlehitkandidaten und in „I hate California“ traut sich Uncle Kracker auch mal eine handfeste Aussage zu. Mit „Hot mess“ legt er allerdings auch einen Song vor, der unangenehm an das unsägliche „Party in the USA“ von Miley Cyrus erinnert.

Keine Frage, „Happy Hour“ ist wunderbar produziert, hört sich wirklich nett an und bietet durchaus Ohrwurmpotenzial. Allerdings ist die Freude nicht von langer Dauer, denn bis zum Rausschmeißer, dem Bob-Seger-Cover „Mainstreet”, wurden sämtliche Ecken und Kanten glattgeschliffen, so dass man sich am Ende kaum an einzelne Songs erinnern kann. Klarer Fall von übertriebener Perfektion, um die sich vielleicht mal ein Rick Rubin als Produzent kümmern sollte. Nur mal so als Idee...

Anspieltipps:

  • Smile
  • Me again
  • I’m not leaving
  • I hate California
  • Another love song

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