Dublex Inc. - Phoenix - Cover
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Dublex Inc. Phoenix


  • Label: Infracom/Groove Attack
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Vier Stuttgarter, die eigentlich bearbeiten, anstatt zu kreieren, ist das Auffrischen fremder Kunst irgendwann zu langweilig. Verständlich und so werden eigene Alben gemacht. Aber was heißt schon „eigene“? Bis auf zwei Instrumentalstücke haben sich die Soundexperten viele Gäste geladen, die mit kraftvollen Stimmen unterstützen, wie sie nur können. Das Ergebnis lässt sich hören und ist eindeutig mehr als „nur Sampling“, was die Baden-Württemberger schließlich erreichen wollten. Die Grundlage des Schaffens eines tanzbaren Beats liegt den vier Manen aber immer noch im Blut und so stellt sich vorab die Frage. Handelt es sich um zwölf Tracks, von denen man wahlweise einen für den Tanzboden auswählen darf oder doch um ein Werk voller Abwechslung und frischer Ideen?

Tatsächlich funkt es schon ganz zu Beginn des Albums. „Shine“ ist, bevor man auch nur den Rest der Platte gehört hat, der beste Track. Da ist man sich sicher und will sich keines besseren belehren lassen. Soul und Funk vom Feinsten für den Hörer und gekonnter Drum-Einsatz. Viel besser geht es wirklich nicht. Da erklärt sich von selbst, wenn es heißt, dass „Rainy Day“ ziemlich genauso gut ist. Danach wird das Tempo noch um ein bis zwei Stufen („The Game“, „It Takes Time“) gedrosselt und die Qualität beibehalten. Authentizität bis zum Anschlag. Wer glaubt, dass das immer gleiche Prinzip langweilig wird, wird zumindest vorerst weiter eines Besseren belehrt. Auch „Changes“ wirkt frisch, wenngleich die ersten Abnutzungsmerkmale auftreten, was aber eher daran liegt, dass der Song einen Tick zu lang geraten ist.

Vorneweg sei verraten, dass die Stuttgarter schlichtweg das Gefühl für ihre Musik haben. Kein Lied wirkt doppelt oder deplatziert. Das große Manko wird jedoch trotzdem schnell klar, wenn man das Album „Phoenix“ am Stück hört. Die Platte dreht sich, die Songs feiern sich selbst und bei aller Klasse fällt für den Normalhörer, der halt nicht im Club, sondern im Wohnzimmer sitzt (oder viel eher steht), dass hier die Melodien fehlen, die einen vollends fesseln, so wie es „Shine“ und „Rainy Day“ tun. Atmosphärisch zwar einsame Spitzenklasse verliert das Album bei vollem Durchlauf seine Kraft. Ein „Black Pearl“ alleine macht ordentlich Druck, doch im Laufe des Albums gehen die Lieder aufgrund der immer gleichen Wurzeln unter. Klingt paradox, nachdem doch kein Lied doppelt klingt. Aber es tönt nun mal öfters wie eine große Einheit.

Anspieltipps:

  • Shine
  • Rainy Day
  • It Takes Time

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