The Most Serene Republic - And The Ever Expanding Universe - Cover
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The Most Serene Republic And The Ever Expanding Universe


  • Label: Arts & Craft/ALIVE
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wieder einmal Kanada und wieder einmal das Arts & Crafts-Label, welches mit Broken Social Scene, Stars und nicht zuletzt The Most Serene Republic so einiges an Indie-Perlen hervorbrachte und sich immer noch der Entdeckung von weiteren, ungeschliffenen Hoffnungsträgern widmet, um diese mit dankbaren Fans zu teilen. Entdeckt wurde die kanadische Formation The Most Serene Republic zwar bereits im Jahr 2005, als das Label ihr Debütalbum „Underwater Cinematographer“ wiederveröffentlichte, doch auch Bewährtes hat bekanntlich seine Reize. Zumal Bewährtes im Falle der Band um Ryan Lennson sowie Adrian Jewett nicht mit Eingestaubtem gleichgesetzt werden sollte. Immer noch wirbeln sich die Herren und die Dame Emma Ditchburn durch komplexe, ausfüllend instrumentierte Stücke, die trotz ihrer bombastischen Naturgewalt auch leicht zugänglich sind.

Ein relativ schwer durchschaubarer Song wie „Bubble Reputation“, in dem Rhythmus und Melodie scheinbar konträr zueinander arbeiten, sich aber spätestens beim klimpernden Piano-Spiel gehörige Wohligkeit einstellt, wird gefolgt von sonnigem Folk und harmonischem Wechselgesang zwischen Jewett und Ditchburn in „Heavens To Purgatory“. Trotz all der Harmonie lebt in diesem Song, wie auf vielen anderen des Albums, zumindest unterschwellig immer eine gewisse Zerrissenheit, die sich in einer Art Patchwork-Muster in der rhythmischen wie instrumentalen Abwechslung äußert, aber vom Gesang und sich einprägender Melodien festgeschnürt wird. Ob nun Schlagtechniken an den Gitarren, die auch mal in Form der angedeuteten Noise-Geste dröhnen dürfen, jazzige Drums, aufblitzende Elektronik oder die tragisch erstrahlende Posaune – es bleibt ein einziges Fest der gekonnten Vielfalt.

Im schwebenden, an Träumereien aus der Endlosigkeit des Weltalls erinnernden „All Of One Is The Other” gehen The Most Serene Republic gar reduziert zu Werke und überzeugen erneut anhand des Duett-Gesangs, breiten psychedelische Gitarrenspuren und unheilvollen Piano-Wahnsinn aus, während „Don´t Hold Back, Feel A Little Longer” mit “echten” Drums eingespielte Breakbeats in bekannter Tradition der kanadischen Band sprechen lässt. Ein starkes Album alles in allem, doch trägt es den Beigeschmack, dass The Most Serene Republic nach dem überaus tollen Zweitling „Population“ nun so langsam alles gesagt hätten.

Anspieltipps:

  • Phi
  • All Of One Is The Other
  • Don´t Hold Back, Feel A Little Longer
  • No One Likes A Nihilist

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