Phantogram - Eyelid Movies - Cover
Große Ansicht

Phantogram Eyelid Movies


  • Label: BBE/ALIVE
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Josh Carter und Sarah Barthel bilden das amerikanische Duo Phantogram und klingen trotz ihres Heimatlandes sehr nach dem Sound, der Anfang der Neunziger in England und danach auch weit über die Grenzen hinaus als TripHop firmierte. Schleppende Beats, die dem HipHop nahe stehen, schwelgerische Loops und eine träumerische Atmosphäre, welche wechselnd von den Stimmen Carters und Barthels getragen wird, machten die EP „Running From The Cops“ zu einer überraschenden wie eindringlichen Angelegenheit, der nun das Album „Eyelid Movies“ folgt und die Qualität der EP nicht auf der gesamten Länge bestätigt.

Dabei beginnt der Longplayer mit „Mouthful Of Diamonds“ durchaus zwingend, wenn sich die tief liegenden Beats mit feinfühligen Gitarren-Effekten mischen und Sarah Barthels Stimme lieblich über dem psychedelisch dichten Sound thront. Beim folgenden, bereits von der Vorab-EP bekannten „When I´m Small“ ist dann spätestens der Punkt erreicht, an dem man sich einfach nur noch fallen lassen möchte. Wie ein Update des Bristol-Sounds der Neunziger, ergänzt um Shoegaze-Elemente und gesundes Pop-Verständnis, funktioniert diese urbane Mischung prächtig und gibt dem stagnierenden Genre TripHop frische Impulse. Besonders die organischen Einschübe aus Gitarre, Schlagzeug und Percussions fordern den elektronisch pulsierenden Grundstein heraus, wodurch eine Spannung entsteht, die im Laufe des Albums dennoch zum Teil verblasst.

Eher befremdlich wirken da Songs wie „As Far As I Can See“, welches mit seinen synthetischen Bläsern groovigen Soul vermitteln soll, dabei aber lediglich die aufgebaute, dunkel erobernde Atmosphäre einreißen lässt. Ähnlich verhält es sich mit „You Are The Ocean“, dem die Falsett-Stimme von Josh Carter jede Ernsthaftigkeit raubt. So sind es am Ende vor allem die von der EP zu „Running From The Cops“ bekannten Stücke, denen man eine langfristige Faszination attestieren kann. Das reicht selbstredend nicht für die Spieldauer eines Longplayers, auch wenn „10,000 Claps“ als Abschluss durch Scratch-Einlagen, Piano und die sehnsüchtige Stimme Barthels erneut fasziniert.

Anspieltipps:

  • Mouthful Of Diamonds
  • When I´m Small
  • Running From The Cops
  • 10,000 Claps

Neue Kritiken im Genre „TripHop“
7/10

Skilled Mechanics
  • 2016    
Diskutiere über „Phantogram“
comments powered by Disqus