Miss Platnum - The Sweetest Hangover - Cover
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Miss Platnum The Sweetest Hangover


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Sweetest Hangover“ besitzt genau die richtige Mischung aus urbanem R&B, Balkan-Pop und osteuropäischem Kultureinschlag.

HipHop/R&B aus Rumänien. Geht es eigentlich noch exotischer? Vermutlich schon, aber mit dieser ungewöhnlichen Kombination aus US-amerikanischer Ghettomusik und osteuropäischer Balkan-Kultur lässt sich allein schon geschriebenen Wortes stirnrunzelnde Aufmerksamkeit erzielen. Etwas besseres kann einem Künstler kaum passieren, womit wir beim Thema Miss Platnum wären. Dahinter verbirgt sich die 29jährige Wahl-Berlinerin Ruth Maria Renner, die Ende der 80er Jahre im zarten Alter von acht Jahren aus dem rumänischen Timisoara nach Deutschland kam und eine Karriere als Sängerin einschlug.

2005 veröffentlichte sie ihr Debütalbum „Rock Me“, dem zwei Jahre später „Chefa“ folgte, das mit drei Singleauskopplungen Aufmerksamkeit erregte und es ermöglichte, als Support von Seeed, Peter Fox und den Fantastischen Vier auf Tournee zu gehen. Mit ihrem soeben auf den Markt gebrachten dritten Album „The Sweetest Hangover“ soll die hoffnungsvoll begonnene Karriere nun weiter entwickelt werden. Dazu trugen u.a. das Produzententeam The Krauts (Beatsteaks, Peter Fox, Die Fantastischen Vier) sowie ein von Marko und Boban Markovic dirigiertes Blechbläser-Orchester bei, das für den speziellen Balkan-Einschlag im Miss-Platnum-Sound sorgt.

„The Sweetest Hangover“ wird locker und flott von der ersten Singleauskopplung „Why did you do it” eröffnet. Im gleichen Stil wird der Hörer in „She moved in” mit fetten Downbeats und spritzigen Tempoverschärfungen mitgerissen, während „Bollywood movie“ als groovender Midtemposong gefällt und „Don’t go to strangers“ erstmals das Tempo richtig reduziert und gefühlvolle Streicher ins Spiel bringt. Doch egal welcher Tendenz die Songs auch folgen, immer wieder stechen die charismatischen Bläserparts heraus, die ihnen ganz alleine einen Stimmungsstempel, von tieftraurig („Don’t go to strangers“) bis grenzenlos fröhlich („If you were mine“), aufdrücken können. So erinnert „If you were mine“ mit seinen zackigen Beats und den an das berühmte „James Bond“-Thema gemahnenden Bläsern an Emiliana Torrinis „Jungle drum“, während der Hörer von der emotionalen Ballade „So beautiful“ geerdet und von der „Babooshka“ Coverversion (im Original von Kate Bush) ganz und gar überrascht wird.

„The Sweetest Hangover“ besitzt genau die richtige Mischung aus urbanem R&B, Balkan-Pop und osteuropäischem Kultureinschlag. Eine Revolution wird Miss Platnum damit nicht einläuten, wobei das Album dennoch genügend Power und Abwechslung mitbringt, um sich in einem umkämpften Markt von der Masse abzuheben.

Anspieltipps:

  • Fakebling
  • So beautiful
  • She moved in
  • Bollywood movie
  • Don’t go to strangers

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