Ruben Cossani - Alles Auf Einmal - Cover
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Ruben Cossani Alles Auf Einmal


  • Label: 105 Music/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ruben Cossani heben sich deutlich vom belanglosen Einerlei der heutigen Pop-Landschaft ab: Die Jungs entstammen keiner Casting-Show, ihre Kompositionen scheinen aus längst vergangenen Zeiten zu stammen und die Texte sind ausnahmslos in Deutsch gehalten. Letzteres weckt üblicherweise Vorbehalte – in diesem Fall aber zu Unrecht. Anstatt den Hörer mit ambitionslosen Standard-Phrasen zu langweilen beweist das Trio, dass nicht nur Clueso in der Lage ist tiefgründige und mit wenigen Ausnahmen auch vollkommen unpeinliche deutsche Texte zu schreiben.

Nach dem im vergangenen Jahr erschienenen Debüt „Tägliche Landschaft“ sowie diversen Live-Auftritten, unter anderem beim Bundesvision Song Contest, erscheint nun das zweite Album „Alles Auf Einmal“ mit 14 neuen Songs, die fast ausnahmslos aus der Feder von Michael van Dyke stammen. Auch wenn die drei Multiinstrumentalisten auf der Bühne weitestgehend gleichberechtigt auftreten nimmt der Deutsch-Holländer, der gleichzeitig als Produzent der Band fungiert, im Bereich des Songwriting klar die dominierende Rolle ein.

Und das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen: Schon der Opener „Frieren Im Sommer“ verbindet von Gitarre und Klavier getragene Melodien und eine klare Rhythmik zu einem eingängigen gefälligen Gesamtbild und auch das nachfolgende „Engel An Der Wand“ sowie „Raus“ bestätigen diesen Eindruck. So hoch er auch gegriffen sein mag: Nach den ersten drei Titeln drängt sich der häufig bediente Vergleich mit den ewigen Legenden der Pop-Musik tatsächlich auf. Die Beatles werden keineswegs kopiert, ihr Verständnis von guter Musik wirkt aber dennoch allgegenwertig.

Die anfängliche Euphorie ist allerdings nur von kurzer Dauer: Die aktuelle Single „Es Kann Sein“ scheint einen radiotauglichen Hit mit aller Macht erzwingen zu wollen – und scheitert genau daran. Die erste Auskopplung „Bis Auf Letzte Nacht“ schlägt in die gleiche Kerbe und spätestens an diesem Punkt beginnt der Hörer die Aufmerksamkeit zu verlieren und einzelne Lieder stechen immer seltener aus der Gesamtheit der Songs hervor. Einzig „All Das Was Nicht Neu War“ verdient an dieser Stelle eine besondere Erwähnung, doch auch dieser Track wird wohl einem Großteil der potentiellen Hörerschaft für immer unbekannt bleiben. Die starken Momente von Ruben Cossani sind schlichtweg kein Single-Material – schade drum.

Anspieltipps:

  • Frieren Im Sommer
  • Engel An Der Wand
  • Raus
  • All Das Was Nicht Neu War

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