Anna Yina - Lichtermeer - Cover
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Anna Yina Lichtermeer


  • Label: Lacrima Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit der 21jährigen Anna Yina steht eine deutsche Newcomerin in den Startlöchern, die beweisen könnte, dass eine Karriere als Popmusikerin auch ohne Anschub von DSDS und Co. funktionieren kann – ja, vielleicht sogar muss. Denn irgendwann sollte dieser Casting-Schwachsinn ein Ende haben, bei dem Menschen nur noch als Durchlauferhitzer durch die Medien getrieben werden und nach kürzester Zeit „verbrannt“ sind. Doch schaut man sich den Karriereverlauf der jungen Sängerin und Songschreiberin an, kommen einem schnell Zweifel an der guten Sache.

Recherchen im Internet (z.B. Welt Online) fördern zu Tage, dass Anna Yina bereits vor zwei Jahren hätte durchstarten sollen. Damals, im Sommer 2007 hatte die Hamburgerin gerade das Abitur bestanden, einen Plattenvertrag mit einem großen Label in der Tasche (Polydor/Universal) und am Tag der Zeugnisvergabe trat sie im Vorprogramm von Gianna Nannini im Hamburger Stadtpark auf. Das Debütalbum „Lichtermeer“ war fertig und mit „Weiß ich denn was Liebe ist“ eine Singleauskopplung vorbereitet. Doch am Ende passierte... nichts! Die Künstlerin Anna Yina und ihre Musik verschwanden im Giftschrank des deutschen Majorlabels und es bedurfte bis heute sowie die Gründung eines eigenen Labels (Lacrima Records), um aus der Versenkung wiederaufzuerstehen.

Jetzt liegt „Lichtermeer“ also tatsächlich vor. Es beinhaltet 12 Songs, die Anna Yina zusammen mit Achim Oppermann und Lars Jacobsen geschrieben hat. Auf dem Cover sticht Anna Yinas Markenzeichen, ein rot angestrichenes Piano, hervor, woraus ein Marketing-Ass sofort „die deutsche Vanessa Carlton“ basteln könnte. Denn auch vom Klang ihrer Lieder ist Anna Yina denen der Amerikanerin nicht weit entfernt. „Piano-Pop“ ist das Stichwort, das von der Single „Dieses Lied“ adäquat repräsentiert wird.

In ihren Songs verarbeitet die Hamburgerin persönliche Erlebnisse, die sich vorwiegend und in allen Facetten um das Thema Liebe drehen, wie sich bereits an den Songtiteln unschwer erkennen lässt („Aus und vorbei“, „Ohne dich“, „Wieder frei“, „Schwere Wolken“, etc.). Dazu erklingen schon mal Streicher und es wird gerne das Stilmittel der Ballade gewählt („Regenzeit“). Mit dieser Art von Musik gewinnt man sicher eher die Gunst des weiblichen Publikums, womit „Lichtermeer“ nicht die Qualität abgesprochen werden soll. Denn es handelt sich um erwachsene Popmusik, die ein erwachsenes Publikum anspricht, makellos produziert wurde und authentisch vorgetragen wird.

Anspieltipps:

  • Wie weit
  • Regenzeit
  • Dieses Lied
  • Wieder frei

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