Os Mutantes - Haih Or Amortecedor - Cover
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Os Mutantes Haih Or Amortecedor


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Rockmusik aus Brasilien? Kann das gut gehen oder läuft am Ende alles auf die zur Zeit werbeträchtigen Marachas hinaus? Schwer zu sagen, denn nur weil ein paar Gestalten aus dem Land des Samba sich den englischen Rock als Vorbild nehmen, muss das dann nicht gleich so klingen. Aber wo ist denn unser Experimentiergeist hin? So eine südlich angehauchte Mixtur könnte doch recht erfrischend sein. Rock, Bossa Nova und portugiesischer Gesang. Willkommen bei Os Mutantes.

Nach nichts sagendem Opener erklingt ein sehr viel versprechendes Intro des nächsten Liedes. E-Gitarre, Akustikgitarre, Percussions und Kontrabass. Dazu noch gehörig Bläser und der südländische Gesang. Kann man sich mehr wünschen? Nicht wirklich, denn das Lied unterhält auf höchstem Niveau, auch wenn das mit englischen Vorbildern so gar nichts zu tun hat! Zwar fehlt die ganz große klasse der Melodie, was aber angesichts der Fülle des Klangs nicht allzu negativ auffällt. Auch das ruhige „Teclar“ will noch ganz gut gefallen, hört sich aber im Refrain schlichtweg zu abgekupfert an. Solides Hörvergnügen und mehr nicht.

Waren die ersten Tracks schon unterschiedlich, macht sich an dem völlig durch geknallten, aber im Endeffekt zu langem „2000 E Agarrum“ bemerkbar, dass hier einfach wild in die Zutatenkiste gegriffen wurde. Eine Mischung aus Kindersamba, Zirkusmusik, Indie-Rock und Tango. Weniger sogar eine Mischung, als dass sich diese Stile abwechseln, allerdings passiert dies zwei Mal und so ist der Überraschungseffekt nicht mehr vorhanden, was das Lied dann doch zu lang erscheinen lässt. Danach wird es beinah jazzig, bevor wieder Bossa Nova zuschlägt. Langsam aber sicher verliert man den Überblick. Eingestehen muss man sich auch, dass, bei aller Begeisterung für die Vielfältigkeit, nicht jedes Tonexperiment glückt.

Bei vollem Durchhören kann es schon mal passieren, dass eine Kopfschmerztablette hilfreich ist, wenn „O Careca“ doch wieder einen Tick zu nervig wirkt und auch „Neurociénca Do Amor“ geht mit seiner psychedelischen Hauptschlagader mal auf die Nerven. Wer aber offen für diese Lo-Fi-Werke ist, ist herzlich eingeladen, abgedreht zu entspannen. Gerade gegen Ende vermehrt sich der Lo-Fi-Psychedelic-Eindruck, was nicht jedem schmecken wird. Die Balladen sind großteils okay, aber auf keinen Fall überragende Höhepunkte. So muss sich jeder seine eigenen Hochpunkte herauspicken, was nicht wenigen schwer fallen wird.

Anspieltipps:

  • Querida Querida
  • O Mensageiro
  • 2000 E Agarrum

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