Mika - The Boy Who Knew Too Much - Cover
Große Ansicht

Mika The Boy Who Knew Too Much


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mika schwelgt in kunterbunten Arrangements genauso gekonnt wie in bewegenden Pop-Perlen.

Es gibt sie Gott sei Dank noch: Die Sänger und Komponisten, die es schaffen, echte Begeisterung für ihre Musik zu entfachen. Der Brite libanesischer Herkunft namens Mika hat mit seinem Debütalbum eingeschlagen wie eine Bombe und seine musikalische Mischung aus Queen, Scissor Sisters, Bee Gees, The Beatles und Elton John verkaufte sich weltweit sehr gut.

Das schwierige zweite Album legt er nun vor und man kann sagen: Wiederum gelingt es ihm immer wieder zu überraschen, unwahrscheinlich spannende Stimmakrobatik hin zulegen und dem Hörer die gute Laune, die seine Werke ausstrahlen, regelrecht einzuimpfen. Gospelchöre, sanfte Töne, Tanzbares und kunterbunt Pompöses wie die erste Single „We are Golden“, die zu Mika einfach passt wie die Faust aufs Auge, stehen im Angebot von Mikas musikalischem Paradies.

„We are golden“ ist ein theatralischer Ohrwurm, den man einfach nicht vergessen kann und der einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Der Tanzboden wackelt bei „Rain“ und auch „Blame it on the girls“ gehört mit seiner unheimlich eingängigen Popattitüde zu den Hitfavoriten. Richtig emotional und bewegend wird es bei „I see you“, die waschechte Ballade schrieb Mika zusammen mit Walter Afanasieff, der früher die Pophymnen für Whitney Houston komponierte. Das merkt man dann auch, da hüpft der dunkel gelockte Mika am schmalen Kitschgrad herum, dass man Angst bekommt, er fällt herunter. Die Zusammenarbeit mit der britischen Sängerin Imogen Heap nennt sich „By the time“ und stellt sich als eine sanfte melodiöse Angelegenheit mit schönen Stimmen heraus, die richtig gut gefällt. Der Schlussakt „Pick off the floor“ wird mit Mikas Stimme, die so viele Varianten besitzt, das man immer wieder staunt, was da aus den Boxen kommt, ein ebenso berührender Popsong, der einfach intelligent komponiert ist.

Es bleibt also wie bei der fulminanten ersten CD: Mika schwelgt in kunterbunten Arrangements genauso gekonnt wie in bewegenden Pop-Perlen. Es gibt kaum Songs, die nicht überdurchschnittlich sind. Einzig die Tatsache, dass einige der ausgeflippten musikalischen Ideen eben jetzt vom Vorgänger bekannt sind, nehmen ein wenig das ganz große Überraschungsmoment weg, aber Güteklasse eins ist das immer noch.

Anspieltipps:

  • We Are Golden
  • Blame It On The Girls
  • Rain
  • By the Time

Neue Kritiken im Genre „Pop“
7/10

Lametta
  • 2017    
7/10

Playback: The Brian Wilson Anthology
  • 2017    
Diskutiere über „Mika“
comments powered by Disqus