Dying Fetus - Descent Into Depravity - Cover
Große Ansicht

Dying Fetus Descent Into Depravity


  • Label: Relapse Records
  • Laufzeit: 33 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Den Stil, den Dying Fetus auf ihrem bereits siebten Gemetzel aus den Saiten reißen, ist weiterhin nur sehr abgebrühten Individuen mit schleudertraumagefestigter Gehirnmasse zu empfehlen.

Wäre doch seltsam, wenn Dying Fetus neben neuem Album nicht auch mit einem Besetzungswechsel aufwarten würden. Dieses Mal musste nämlich Schlagwerker Duane Timlin den Hut ziehen und Platz für Trey Williams machen, der seinem Vorgänger, was ultraderbes Gedresche, technische Fellakrobatik und abrupte Tempowechsel anbelangt, ohne Weiteres das Wasser reichen kann und sich nahtlos in die seit 2001 fix bestehende Armada aus John Gallagher (Gesang, Gitarre) und Sean Beasley (Gesang, Bass) einbezieht und für einige kopfspaltende Argumente aus seiner Doublebass sorgt.

Den Stil, den Dying Fetus auf ihrem bereits siebten Gemetzel „Descend into depravity“ aus den Saiten reißen, ist weiterhin nur sehr abgebrühten Individuen mit schleudertraumagefestigter Gehirnmasse zu empfehlen, denn die acht Tracks, die der amerikanische Dreier auf die Schlachtbank führt, sind vollgestopft mit abgrundtiefem Geröchel, Growls und nicht selten maschinengewehrsalvenartigen Geschossen aus den tiefsten Niederungen des Genres. Die früher prominenteren Grind-Attacken halten sich zwar seit einigen Jahren stark in Grenzen, vollständig abgelegt haben Dying Fetus diese stilistische Zutat allerdings nie, wie „Conceived into enslavement“ gleich zu Beginn klarstellt und damit die verdammt starke, zweite Hälfte von „Descend into depravity“ einläutet.

Was ab diesem Zeitpunkt an alles zerfetzenden Riffs, Doublebass-Geschossen und fiesem Gegrunze aus den Boxen bricht, ist für Genre-Fans vor allem aus technischer Sicht eine unbarmherzige Breitseite in Tempo 380, sodass die Ohren nach dem geilen Höllenritt auf der Groovesau namens „Atrocious by nature“ nicht aufhören werden zu bluten. Und vom Mach3-Geschredder im hinteren Drittel des Songs wollen wir gar nicht reden. Dying Fetus haben jedenfalls ganz brav ihre Hausaufgaben gemacht und peinigen den Hörer unaufhörlich mit schier unmenschlichen Breaks, die in regelmäßigen Abständen um die Ecke und dabei meist direkt in die Fresse schnalzen. Mehr kann von einem Album dieser Größenordnung letztendlich nicht erwartet werden, auch wenn Innovationen außen vor bleiben und die Scheibe konsequent auf einen einprügelt.

Anspieltipps:

  • Ethos Of Coercion
  • Atrocious By Nature
  • Conceived Into Enslavement

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Dying Fetus“
comments powered by Disqus