Omega Lithium - Dreams In Formaline - Cover
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Omega Lithium Dreams In Formaline


  • Label: Drakkar/Sony Music
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Kroatien. Beliebtes Ferienziel im Sommer aufgrund der Sonne und den moderaten Preisen! Wenn zu dieser Jahreszeit in einer Kleinstadt namens Umag die Fensterläden zu sind und kein Sonnenstrahl hinein, dafür aber elektronisches Wummern hinaus gelangt, dann hat man wohl die Residenz der Gothic-Kombo Omega Lithium ausgemacht. Wenn Malice Rime wieder der Ansicht ist, dass er genug Texte und Arrangements beisammen hat, dann trommelt er seine drei Kollegen zu sich und es wird gnadenlos in die Saiten und gefühlvoll auf die Tasten gehauen.

Was in den ersten Sekunde nach bösem Techno-Trash klingt, stellt sich aber schnell als Rock der Marke „The Open Door“ von Evanescence heraus. Am Ende entsteht jedoch instrumental mehr Druck, als auf der schwachen Amy Hartzler Mache. Mya Mortenssen kann dabei gut in der Riege der hohen Gothic-Sängerinnen mithalten und sorgt dafür, dass eine kraftvolle Stimme die mehr oder weniger bekannten Stücke leitet. Im Ernst, Lieder wie „Stigmata“ klingen wie Schubladenschablonenmusik. Zu bekannt erscheinen diese Riffs und Melodiefolgen. Der Einsatz des Gesangs und natürlich die sphärische Untermalung Seitens der Synths. Fans des Genres werden sich an Tracks der Marke „My Haunted Self“ zwar nicht satt hören können und überhaupt ist der Band hoch anzurechnen, dass sie das eigentlich veraltete Genre des Gothic-Rocks gut ins Moderne bringen.

Woran es dem Album allerdings an allen Ecken fehlt ist Abwechslung. Hier kommt es zu einem sehr subjektiven Eindruck, da Bands selbst die Unterschiede ihrer Lieder klar kennen, aber für den Hörer lassen sich zu schnell Parallelen finden. Das hat ein paar Mal noch etwas von Widererkennung, jedoch ist es auf einem Album wohl nur durchgehend gestattet, wenn die einzelnen Tracks wirklich klasse sind. Omega Lithium bieten zwar technisch fein durchproduzierte Kost, die sich nur der großen Muse entledigt oder diese nie gefunden hat. Ein „Snow Red“ ist vielleicht hervorzuheben, da es noch eine Spur größer klingt, als die meisten anderen Tracks, vielleicht aber auch, weil hier die Elektronik viel dezenter wirken darf und das Lied deswegen anders wirkt.

Es wird sich unermüdlich ohne Pause und großartige Haken bis ins Finale gerockt und auch dort ist keine wirkliche Pause in Sicht. Wer nach einer guten Neuauflage des Gothic-Rock sucht, ist hier richtig, wer aber Meisterwerke vermutet, sollte eher in der Vergangenheit schauen. Da die Musik nicht mehr neu ist, wird es für Bands wie Omega Lithium immer schwerer Neues zu schaffen und über einen kompletten Silberling zu unterhalten. Aber wenn man eine Musikrichtung liebt, dann soll man sich ihr auch verschreiben, denn Liebe ist etwas Zeitloses.

Anspieltipps:

  • Snow Red
  • Infest
  • Angel’s Holocaust

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