Eisheilig - Imperium - Cover
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Eisheilig Imperium


  • Label: Drakkar/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nein. Definitiv. Nein. Was als Anprangerung oder was auch immer stehen sollte funktioniert nicht mit einem Song, der schon bei 1984 hätte laufen können. Nur weil da ein paar Synthie-Chöre und Pseudo-Massen grölen und schreien, hat man noch lange kein bedrückendes Werk der depressiven Subkultur geschaffen. Als wäre Eisheilig das selbst aufgefallen, wird gleich im Anschluss „Lauft“ gereicht. Imperium der Schande kann man ja nicht runter nehmen als Namensgeber und bei gerade Mal neun Liedern. Wie die vielen Genre-Brüder bei Drakkar lebt Eisheilig von einer eingeschworenen Fangemeinde. So treibend ein „Lauft“ auch ist, das hat in genau diesem Format Rammstein schon vor einem knappen Jahrzehnt aus dem Ärmel geschüttelt und da wäre es noch einer der schwächeren Tracks gewesen.

Eisheilig sind keine unbekannten in ihrer Szene, keinesfalls mit Unheilig verwechseln, da werden Fans sauer. Bedächtig hört man sich die bretternden Gitarren an, die jedoch niemanden mehr schocken oder aufwecken. Mit zunehmender Laufzeit bekommt man tatsächlich das Gefühl, dass dieses Album eine Dekade zu spät kommt. Man kann natürlich auch das Prädikat „Nur Für Fans“ aufkleben, denn so ungern die Leute es hören: Es fehlen die Neuerungen in diesem Genre. Die düsteren Texte gab es jetzt schon in mannigfacher Darbietung und Variation. Der Gesang ist eigentlich durchgängig schleppend und auch hier wird auf Rammstein’sche Tugenden geschworen: Stimmung ist Herr und Meister. Wie gesagt: Wem’s gefällt, denn Eisheilig schaffen nichts, was nicht schon längst so vorhanden ist. Das kann man natürlich zu jeder Art von Musik sagen, aber außer ihrem Genre gerecht zu werden, schaffen Eisheilig wirklich nichts!

Einfallslos und zu 08/15, da hilft auch keine liebevolle Produktion. Da schockt dann auch nicht, dass in „Krieg Dieses Planeten“ Maschinen alles regieren. Es entlockt eher ein unfreiwilliges Gähnen. Warum dann im Schlussstück die Sprache gewechselt wird ist so unersichtlich, wie der langatmige Aufbau der Platte und das will bei knappen 36 Minuten schon etwas heißen. So geht ein einigermaßen stimmiges, aber nie faszinierendes Klangerlebnis zu Ende, dass man sich hätte durchaus sparen können.

Anspieltipps:

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