Element Of Crime - Immer Da Wo du Bist, Bin Ich Nie - Cover
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Element Of Crime Immer Da Wo du Bist, Bin Ich Nie


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Regener und Element Of Crime: konstant stark.

Sperrige, kauzige Country-Americana-Überraschungen verblüffen des Zuhörers Erwartungshaltung beim Einstieg in das neue Elemet Of Crime-Album „Immer da wo du bist bin ich nie“. Zur Slidegitarre gesellt sich Akkordeon und Sven Regeners lyrische Schnoddrigkeit. Doch der Bogen zur Konstanz wird ohne Bruch gemeistert: ab „Deborah Müller“ sind sie wieder da, die Mariachi-Trompeten, der versetzte Polterbeat und die Melancholie.

Gott, die Welt oder wer auch immer hat es gut gemeint mit Herrn Regener und seinen Element Of Crime in ihrem jeweiligen Spätwerk. Die Herr Lehmann-Bücher ein überbordender Erfolg; das letzte Album „Mittelpunkt der Welt“ mit dem fiskalischen Prädikat Gold ausgezeichnet; die 1985 als Post-Punk gestartete Kreuzberger Band steht unangefochten auf dem Olymp Meister des intellektuellen, melancholischen Musikschaffens hiesiger Länder zu sein, da können sich Blumfeld und andere Recken und Strecken so viel sie wollen.

Ein Vierteljahrhundert Bandexistenz, ein Dutzend Alben, so viele dieser seltsam traurig und wohlfühlend zugleich machenden Songs und die indiskutabel lyrische Dimension Regeners Texte haben sich verdichtet zu einem bestimmten, genuinen und immer wieder erkennbaren Sound der irgendwie zeitlos eingefroren wirkt, auch wenn in der Produktion, gerade in den späten Alben, oft zu kontrastieren versucht wird. Element Of Crime, lautet die verknappte Essenz, bleiben Element Of Crime, ohne langweilig zu werden oder stehen zu bleiben. Regener redet diesem Kritikerurteil augenscheinlich entgegen und wird ihn doch nur nähren, wenn er neulich in der „Welt“ konstatiert, dass Element of Crime in ihrer Karriere nur vier verschiedene Lieder geschrieben hätten. Der Rest seien nur Variationen derselben gewesen.

In diesem Sinne muss gar nicht viel gesagt werden über „Immer da wo du bist bin ich nie“. Zumal hier mal ein Versuch gewagt werden soll gänzlich ohne Textzitate Regeners auszukommen, es soll des Hörers Entscheidung bleiben, wo die faszinierenden Passagen stecken. Fast am Ende erschreckt uns ein niedlicher Kinderchor, zum Abschluss wie immer ein Cover, diesmal „Storms Are On The Ocean“ von der Carter Family. Regener und Element Of Crime: konstant stark.

Anspieltipps:

  • Immer da wo du bist bin ich nie
  • Der weiße Hai
  • Euro und Markstück
  • Kaffee und Karin

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