Björn Kleinhenz - Burma - Cover
Große Ansicht

Björn Kleinhenz Burma


  • Label: DevilDuck/INDIGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Für den Albumtitel seines mittlerweile vierten Werkes „B.U.R.M.A“ leiht sich Björn Kleinhenz eine Redensart, die amerikanische Soldaten in Briefen an ihre zurück gebliebenen Frauen gebrauchten um deren Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zu bewahren („Be undressed and ready my angel“). In der Abgeschiedenheit der Insel Farö entstand die neue Platte des gebürtigen Schwaben und spiegelt meist gelungen die Kargheit, Weite und Intimität jener Landschaft auf akustische Art und Weise wieder.

Auch hier ist Kleinhenz die gewollte Hörweite zu bekannten Indie-Lieblingen wie Death Cab For Cutie, Kristofer Aström oder Conor Oberst stets anzuhören. Kleine, feine Gitarrenlieder mit dem Hang zum Melancholischen bestimmen diese knapp 36 Minuten und projizieren einen folkig-verträumten Herbst vors geistige Ohr. Zart angeschlagene Akustik-Gitarren werden mit Kleinhenz schwelgerischen und sanften Gesang ausgestattet und bewegen sich in gemäßigter Eile durch ihre Spieldauer.

Der zunächst hereinbrechende Donnerhall des Albumeinstieges „HAZ920“ ist dagegen nur ein sehr kurzer akustischer Platzregen, der sich auch geschwind darauf verzieht um den ruhigen Nummern Platz zu machen. Das funktioniert teilweise sehr gut, wie z.B. auf dem schüchtern klingenden „Holy Boredom“ oder auch dem leidenschaftlich gezupften „Fistfighters And Steel“.

Der minimale Einsatz aller beteiligten Instrumental- und Stimmzutaten gestaltet zumeist eine intime und Kaminfeurige Atmosphäre, die aufgrund ihrer reservierten und fürsorglichen Art auch wohlig im Trommelfell knistert. Jedoch ist diese verträumte Marschroute auf „B.U.R.M.A“ hier auch gleichzeitig das große Manko. Es fehlt ab und an einfach die audiale Abwechslung um schließlich nicht zu einigen der teilweise langatmigen Songarrangements dahin zu dösen. Jene Gefahr besteht immer dann, wenn Kleinhenz zu vehement in sein melancholisch-musikalisches Kleinod abdriftet und jegliche Chance auf potentielle Stil-Wechsel verstreichen lässt („Hungry Hunter“, „Poets Of Senseless Warnings“). Erwähnenswert ist auf jeden Fall die Trail Of Dead Coverversion „Worlds Apart“, die wiederum über einige lasche Hänger der Platte wohlwollend hinweghören lässt.

Verspielte Soundkleinigkeiten, der geringfügige Einsatz aller musikalischen Bestandteile und eine vorwiegend ansprechend-melancholische Stimmung drücken „B.U.R.M.A.“ seinen vorherrschend positiven Singer-Songwriter-Stempel auf. Björn Kleinhenz präsentiert ein Album, das sehr häufig zum träumen und sinnieren einlädt und für herbstlich grau-verregnete Tage nicht die Beste, aber auch nicht gerade die schlechteste Wahl darstellt.

Anspieltipps:

  • Fistfighters And Steel
  • Holy Boredom
  • Worlds Apart

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
5/10

Mints
  • 2017    
Diskutiere über „Björn Kleinhenz“
comments powered by Disqus