Thrice - Beggars - Cover
Große Ansicht

Thrice Beggars


  • Label: Hassle Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem Konzeptwerk „The Alchemy Index I-IV“ zeigten Thrice endgültig, was für eine unheimlich wandelbare Band sie sind. Auf den vier EPs platzierten sie nicht nur die für sie typischen Postcore-Brocken, sondern erweiterten ihr Repertoire um psychedelisch-elektronische Elemente, Postrock und Blues. Beats und Synthieklänge hallten durch den Raum und ergaben mit den letztendlich doch ein großes Ganzes. So konnte man sich eigentlich gar nicht sicher sein, in welche Richtung sie sich mit dem neuen Album „Beggars“ wohl begeben würden. Es sieht so aus als hätten Thrice einen Mittelweg gefunden, denn die Scheibe umschifft sowohl die harten Brüllpassagen wie auch die sphärischen Momente und lässt die Band in einem gefestigten Licht dastehen.

Denn die Songs strahlen eine Selbstsicherheit und Ausgewogenheit aus, die bisher auf noch keiner Thrice-Platte zu hören war. Dabei vermischen sich alle angeschnittenen Stile zu kräftigen und vielschichtigen Stücken, die mit dem Postcore früherer Alben nicht mehr viel gemein haben. Und dennoch graben Songs wie „All The World Is Mad“ oder „Talking Through Glass / We Move Like Swing Sets“ metertiefe Furchen und bringen die Erde zum beben. Doch das reicht den vier Kaliforniern Dustin Kensrue, Teppei Teranish, Eddie Breckenridge und Riley Breckenridge schon lange nicht mehr aus. Mit „In Exile“ kommen sie wohl mit ihrer Vision von Konsensrock um die Ecke, dennoch ist das Stück mit seiner sofort zündenden Melodie einer der stärksten der Platte.

Druckvoll und dynamisch zeigt sich die Band bei „The Weight“, mit „Circles“ und „The Great Exchange“ werden die kernigen Stücke des letzten Werkes wieder aufgenommen, während bei „Doublespeak“ nicht die Gitarre, sondern ein Klavier zumindest zeitweise das Ruder übernimmt. „Wood And Wire“ und vor allen Dingen das zuletzt ertönende Titelstück „Beggars“ funktionieren als bedrückende Blues-Stücke, bei denen die kratzige Stimme von Sänger Kensrue im Zentrum stehen.

Mit „Beggars“ unterstreichen Thrice ihren Status als gereifte Songwriter mit dem Verständnis, verschiedene Stile wie selbstverständlich miteinander zu emotionsgeladenen Songs zu verweben. Natürlich wird der Entwicklungsdrang nicht von jedem Fan positiv aufgenommen werden, doch diese Gruppe will eben nicht stillstehen. Aber wer weiß schon, ob sie für den nächsten Output nicht wieder eine Kehrtwende zu früherer Härte machen, oder vielleicht doch ein Ambient-Album? Eigentlich ganz egal, denn Thrice können scheinbar nichts falsch machen.

Hinweis: Als kleiner Anreiz für den Kauf einer CD ist dem Album ein Zettel mit einem Code beigelegt, der Zugang zum Download für fünf Bonus-Tracks (B-Seiten, Remixe) gewährt. Es lohnt sich!

Anspieltipps:

  • All the World Is Mad
  • Circles
  • In Exile
  • Beggars

Neue Kritiken im Genre „Post Hardcore“
6.5/10

Live II
  • 2015    
7.5/10

Dude Incredible
  • 2014    
Diskutiere über „Thrice“
comments powered by Disqus