Skyfire - Esoteric - Cover
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Skyfire Esoteric


  • Label: Pivotal Records
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Schwarzmetall mit symphonischen Ausprägungen kann mitunter ganz schön nervig werden, denn meistens bedeutet diese stilistische Überschneidung, dass die Band, die dafür verantwortlich ist, ihren Sound nur ein wenig aufpolieren wollte und nach Unmengen an Streicherpassagen und orchestralem Gedöns den roten Faden der Songs völlig aus den Augen verloren hat. Sicherlich gibt es auch positive Beispiele, dennoch sind diese eher rar gesät. Was jedoch die Schweden von Skyfire anbelangt, so kommt einem trotz starker Verwendung von Keyboardteppichen und elektronischem Orchestereinsatz nie in den Sinn, die Herrschaften Joakim Karlsson (Gesang), Johan Reinholdz (Gitarre), Andreas Edlund (Gitarre, Keyboard), Martin Hanner (Bass, Keyboard) und Joakim Jonsson (Schlagzeug) würden nicht wissen, was sie da machen.

Ob das nun am feinen Händchen des Fünfers liegt oder ob der positive Eindruck des vierten Longplayers „Esoteric“ einer gewissen Routine geschuldet ist, dürfte jeder beantworten können, der in den Titeltrack oder das nachfolgende „Rise and decay“ hinein hört. Dem ist nämlich ganz und gar nicht so! Skyfire sind vorrangig eine knackige Death Metal-Truppe, die einfach Gefallen daran findet symphonischen Schwarzmetall in ihre Kompositionen einzubauen, dessen unterschiedliche Schwerpunkte trotz einer kurzen Eingewöhnungsphase wie ein Zahnrad ins nächste greifen. Wie beim erwähnten „Rise and decay“ ist es oftmals der Fall, dass einer sehnsuchtsvollen Melodie plötzlich ein kompromissloser Black/Death-Parcour folgt, der durch den keifenden Joakim und seinen knüppelnden Kumpanen das eine oder andere technische Gustostückerl aus den Saiten oder Fellen knallt, sodass eine saftige Maulsperre vorprogrammiert ist.

Leider können Skyfire, wenn es nach längeren symphonischen Verzierungen um die nächste Dreschflegelattacke geht, trotz Einbindung progressiver Ansätze („Misery´s supremacy“) auf Dauer nicht der Monotonie Einhalt gebieten und legen ein paar Stücke („Seclusion“, „Let tue old world burn“) vor, die wirkliche Höhepunkte vermissen lassen. „The Legacy of the defeated“ meint es andererseits mit der Abwechslung wieder zu gut und schmeißt neben omnipräsentem Klavier- und Keyboardgeklimper, Streicherfolgen und dem vom Schwarzmetall gebeuteltem Todesblei noch einen in den Vordergrund gedrängten Chor mit hinein, der das Stück regelrecht zu ersticken droht. „For this album, we were heavily inspired by bands like Symphony X and Bal-Sagoth, bands that write epic and catchy songs at the same time“ erklärt Bassist Martin Hanner und trifft damit auch den Nagel bezüglich der grundlegenden Stimmung von „Esoteric“ auf den Kopf. Der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Bands und Skyfire besteht lediglich darin, dass die fünf Schweden noch nicht ihr Opus Magnum abgeliefert haben. Nach der diesjährigen, ausgesprochen guten Vorstellung könnte es aber ohnehin schon mit dem nächsten Album so weit sein.

Anspieltipps:

  • Rise And Decay
  • Linger In Doubt
  • Darkness Descending
  • Under A Pitch Black Sky

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