Brand New - Daisy - Cover
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Brand New Daisy


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „The Devil And God Are Raging Inside Me“ legten Brand New 2007 ein außerordentlich starkes und viel gelobtes Werk vor, das sich am Ende des Jahres auf vielen Bestenlisten auf einen der vorderen Plätze wiederfand. Mit emotionsgeladenen Songs voller wunderbarer Melodien hangelte sich das Album von Höhepunkt zu Höhepunkt. Genau diese emotionale Stärke der Band schwenkt nun auf dem neuen Album „Daisy“ in ungezügelte Wut um.

Die Band orientiert sich an Stilen wie Post-Hardcore und Grunge und verändert ihren Sound dabei mit einer Radikalität, die in dieser Form nicht zu erahnen war: Wenn „The Devil And God Are Raging Inside Me“ ein brandneues, poliert-glänzendes Auto war, dann haben Brand New für den Nachfolger die größten Hammer genommen die sie finden konnten und so lange auf die Karre eingedroschen, bis nur noch ein undefinierbares Etwas übrig war, so kantig, zackig, roh und direkt klingt „Daisy“.

Schon der erste Song „Vices“ knallt dem verwirrten Hörer erst mal ein Brett vor den Kopf: Sind das wirklich Brand New? Sänger Jesse Lacey schreit sich von Anfang an bis zur Unkenntlichkeit die Seele aus dem Leib, die Gitarren fiepen, kratzen und krachen wie auf Nirvanas Album „In Utero“, der Bass poltert nach vorne, das Schlagzeug wird aufs übelste malträtiert. „Daisy“ ist voll von solchen unvorhersehbaren und unberechenbaren Ausbrüchen, so kommt das dahin gehauchte und zerbrechliche „Bed“ schon wieder als nächste Überraschung daher.

Trotz aller Härte die Brand New hier an den Tag legen prügeln sie immer noch so starke Melodien aus Liedern wie „At The Bottom“ oder „Bought A Bride“, das man sich schon bald Luftgitarre spielend und schreiend in seinen vier Wänden wiederfindet, so mitreißend sind die Lieder geworden. Doch auch die weiteren ruhigen Momente des Albums können überzeugen: Wie bei dem erwähnten „Bed“ flüstert sich Lacey durch das sechs Minuten lange und schwermütige „You Stole“, während die Gitarren jauchzen, genau wie beim Stück „Daisy“, das sich zuerst hoffnungslos voran schleppt und sich dann immer weiter steigernd nach nach vorne kämpft.

„Daisy“ will laut gehört werden! Das merkt man dem Album in jeder Sekunde an, ganze besonders wenn sich in der zweiten Hälfte die Glanzleistungen aneinander reihen: Die bereits erwähnten „Bought A Bride“ und „Daisy“ nebst „Sink“, „In A Jar“ und dem abschließenden „Noro“ sind Songs, die das Album zu einem ähnlich intensiven Hörerfahrung machen, wie es bei dem Vorgänger der Fall war, nur das diese hier durch Verzweiflung und Härte entsteht. Hat man erst mal begriffen, wie Brand New ihre neu gefundenen Stärken hier ausloten, wird man feststellen, das „Daisy“ zwar keinen großen Entwicklungsschritt bedeutet, aber die Band gerade aufgrund ihrer Unberechenbarkeit eine sehr spannende bleibt.

Anspieltipps:

  • At The Bottom
  • Bought A Bride
  • Daisy

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