Every Time I Die - New Junk Aesthetic - Cover
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Every Time I Die New Junk Aesthetic


  • Label: Epitaph Records
  • Laufzeit: 7 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf ihrem mittlerweile fünften Studioalbum „New Junk Aesthetic“ thematisieren Every Time I Die unter anderem den Verlust von Privatsphäre in Zeiten des Internets und den damit verbundenen Plattformen wie YouTube: „A lot of songs on the record turned out in the theme of constantly beeing watched or followed; it delves a little into paranoia...“, „with YouTube and cameras everywhere, everything you're doing could show up on the internet without you knowing .“ Die Band verpackt ihre Message dabei in ein brutales Hardcore-Gewand: „An album that sees the band not just shifting the hardcore paradigm but completely reinventing it via brutal riffs, impassioned lyrics and kinetic energy“ soll New Junk Aesthetic sein, zudem wird die Band bei zwei Tracks von Greg Puciato (Dillinger Escape Plan) und Matt Caughthran (The Bronx) gefeatured, na dann sollte doch eigentlich alles klar sein, oder nicht?

Die Antwort auf diese Frage fällt dann doch eher verhalten aus, denn die im Pressetext gepriesene Innovation ist das Album nun wirklich nicht geworden. Dabei fängt alles noch sehr viel versprechend an: „Roman Soldier“ eröffnet mit einem schleppenden, aber aggressiven Gitarrenriff, während sich das Schlagzeug anschleicht um einen dann hinterrücks zu überfallen, bevor Keith Buckleys zugegebenermaßen kräftiges Organ voll zuschlägt. „The Marvelous Slut“ tritt dann knappe zwei Minuten derbe aufs Gaspedal, während Greg Puciato leider viel zu wenig schreien darf. Dennoch ist hier der erste Höhepunkt gesetzt. Bei „Wanderlust“ stellt Buckley dann unter Beweis, das er durchaus zwischen Geschrei und Gesang fließend wechseln kann und „For The Record“ zeigt sich als Paradebeispiel für die starken Tempowechsel der Band.

Doch dann stellt sich nach und nach im eher schwachen Mittelteil des Albums der Eindruck ein, immer denselben Song zu hören. Das lässt sich dann auch gar nicht so leicht abschütteln, da Every Time I Die ihren Songs einfach zu wenig Identität geben, ein bisschen mehr Struktur und Melodie hätte vielen Songs sicher gut getan. Es wirkt teilweise einfach so, als hätte die Band versucht so viele Tempo- und Riffwechsel wie möglich in die Songs zu packen, wodurch sie meist aus vielen Versatzstücken bestehen und somit etwas zusammenhangslos wirken. Das ist auf Dauer nicht nur anstrengend, sondern irgendwann auch ermüdend und schade um die ansonsten kräftige und beeindruckende Gitarrenarbeit.

So ist bis zum nächstem Höhepunkt - dem Matt Caughthran-Feature „The Sweet Life“ - erstmal eine lange Durststrecke gelegt. Auch „Buffalo 666“ und „Goddamn Kids These Days“ sorgen mit mehr Wiedererkennungswert für einen starken Abschluss des Albums. Fazit: Every Time I Die legen ein äußerst kompromissloses Werk vor, dass vor harten und schnellen Stücken nur so strotzt. Ruhigere Momente sind kaum zu finden; „Ain't nothings gonna slow me down“. Ja, das glaubt man. Dennoch fehlt ein wenig die Abwechslung in der ganzen Brachialität, um aus diesem Album ein gutes zu machen.

Anspieltipps:

  • The Marvelous Slut
  • Wanderlust
  • The Sweet Life

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