Sonata Arctica - The Days Of Grays - Cover
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Sonata Arctica The Days Of Grays


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 59 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Darüber wie man neue Fans zufrieden stellt und alte nicht vergrault...

Unia“, ein Zankapfel. Nach dem 2007er Album erhoffte man sich von den Finnen Sonata Arctica Alles und Nichts. Viele Fans lieben das für die Band erschreckend progressive Album, welches so gut wie alle liebgewonnenen Trademarks über Bord wirft. Und ebenso viele hassen es gerade deshalb. Zweifelsohne hat man es aber mit einem wichtigen Werk zu tun, welches zu einer neuen Basis für die Band wurde. „The Days Of Grays“ macht in jener Hinsicht wenige Gefangene. Vorbei sind die Zeiten des euphorischen, schnellen Power Metals!

Dennoch zeigt sich „The Days Of Grays“ weniger experimentell und legt seinen Fokus zumindest in leichten Ansätzen zurück auf das, was Sonata Arctica einst so stark machten. Eine Rückbesinnung ist kaum zu erwarten, dafür aber sehr viel mehr Sicherheit im Songwriting des neuen, komplexen Materials.

„Everything To Gray“ in zwei Versionen bilden den Rahmen von „The Days Of Grays“. Während die zweite recht unspektakulär das Album ausklingen lässt, eröffnet der als Intro konzipierte Opener jenes unspektakulär. Und zudem viel zu lang. Der Finger kreist bedrohlich über der Skip Taste. Dafür entschädigt eine tolle erste Hälfte des Longplayers. „Deathaura“ ist ein atmosphärischer, progressiver Longtrack, der zwar nicht an Glanztaten auf „Silence“ oder „Reckoning Night“ heranreichen kann, aber auch nicht wirklich schwach ist. „The Last Amazing Grays“ als erste Single sowie der Power Metal Flitzer „Flag In The Ground“ sind dafür tolle Songs, die besonders die Hörer zufrieden stellen sollten, die vom angesprochenen „Unia“ enttäuscht waren.

Der folgende Mittelteil von „The Days Of Grays“ ist dagegen eher ruhig und langsam. „Breathing“ ist eine gute Ballade und „Zeroes“ ein groovendes und experimentelles Ungetüm. „The Dead Skin“ und „No Dream Can Heal A Broken Heart“ erscheinen dagegen überraschend schwach und fungieren klar als Filler. Die grandiosen „Juliet“ und „As If The World Wasn't Ending“ sowie das leider viel zu kurz ausgefallene „The Truth Is Out There“ stimmen dann glücklicherweise doch noch versöhnlich.

Zwischen „Unia“ und „Stones Grow Her Name“ ist „The Days Of Grays“ sicherlich das ausgeglichenste und am meisten kompromissbereite Album des Dreiergespanns. Man merkt deutlich, dass es sich die Band in den Kopf gesetzt hat, ihren eigenen Weg zu gehen. Gleichzeitig „entschuldigt“ man sich bei den Fans mit dem latenten Einsatz von beliebten Elementen. All das macht Sonata Arcticas sechstes Album zu einem Erlebnis, welches klar die Waage hält. Nur wenige Fans werden alle Songs gleichermaßen gut finden, müssen aber auch neidlos eingestehen, dass das Material bis auf einige kleine Ausrutscher durch die Bank weg qualitativ ist.

Anspieltipps:

  • The Last Amazing Grays
  • Flag In The Ground
  • Zeroes
  • Juliet
  • The Truth Is Out There

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