Austrian Death Machine - Double Brutal - Cover
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Austrian Death Machine Double Brutal


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„You think the songs all sound the same? Of course they sound the same! Because they all sound BRUDAAAL!!!” – Mit diesem entwaffenden Statement meldete sich 2008 das überraschende Sideproject von Tim Lambesis, Frontmann von As I Lay Dying. Austrian Death Machine ist Shouting, Gitarre, Bass und Schlagzeug von Tim Lambesis, unterstützt vom Kalifornier Governator höchstpersönlich: Ahhnold! Wer das für bekloppt hält, hat völlig Recht. Was sollte es auch sonst sein? Nach „Total Brutal“ sind Austrian Death Machine wieder da, diesmal natürlich „Double Brutal“, auf gleich zwei CDs. Erneut gibt es eine Ladung Songs, die Garant für Circle-Pit-Rhythmen, heitere Breakdowns und sinnentleerte Texte sind, inhaltlich allesamt angelehnt an die großen Kinomomente von Arnold „Testosteron“ Schwarzenegger. Die Klischeelastigkeit der Songstrukturen wird regelrecht zelebriert, womit Lambesis einen guten Humor beweist und Austrian Death Machine zu einem Ventil für herrlich pubertäre Blödeleien macht.

Im Intro wird gleich mal klargestellt, wer der wahre „Ahhnold“ ist, was eigentlich die Ablösung des alten Schwarzenegger-Stimmenimitators und die Vorstellung des neuen bedeutet. Auf „Total Brutal“ wurde der Job noch von Chad Ackerman (Sänger der Metalcore-Band Destroy The Runner) übernommen, wohingegen nun Josh Robert Thompson, professioneller Comedian und Stimmenimitator, in vielen Skits für das Arnie-Flair sorgt. Dann darf auch schon drauf los gemosht werden. In Form der „Terminator 2“-Reminiszenz „Give Me Your Clothes, Your Boots, And Your Motorcycle“ wird gleich mit einem aberwitzigen Höhepunkt eröffnet. Andere titelgebende Zitate wie „Come On, Do It, Come On, Come On, Kill Me, Do It Now” sind nicht selten. Ein weiteres Markenzeichen von Austrian Death Machine ist der verschwenderische Einsatz von Gastmusikern, die in jedem Song ein Gitarrensolo beisteuern. Auf „Double Brutal“ hört man u.a. Buz McGrath von Unearth und Andrew Tapley von The Human Abstract in die Saiten hauen.

Der zweite Tonträger wirft dann noch einige Coversongs hinterher, mit denen sich ebenfalls ein Bezug zu Ahhnold und seine filmischen Meilensteine herstellen lässt. Hier bricht Lambesis aus seinem konsequenten Thrash- und Metalcore-Schema aus und zollt Judas Priest, Metallica, Motörhead, The Misfits, Megadeth, Goretorture und Agnostic Front auf unterhaltsame Weise Tribut. So sieht also die Steigerung von „Total Brutal“ aus: Eine verbesserte Arnie-Stimme und gleich zwei Alben in einem. „Double Brutal“ eben. Austrian Death Machine ist eine mehr als skurrile Idee, auf die man erst mal kommen muss und bietet bewusst stumpfen Hochgeschwindigkeitsmetal mit bunten Querverweisen auf eine österreichische Kultfigur. So ein Konzept mag sich schnell abnutzen und auf die Nerven gehen, wenn man gerade nicht in feuchtfröhlicher Stimmung ist, doch das Spaßprojekt Austrian Death Machine hat dank des schrägen Humors seine verdiente Fangemeinde sicher und beweist mit dem zweiten Album eine anhaltende Leidenschaft für erfrischende Selbstironie, die Metal und Actionfilmen eigentlich immer gut tut.

Anspieltipps:

  • I Need Your Clothes, Your Boots, And Your Motorcycle
  • It’s Simple, If It Jiggles It’s Fat
  • Come On Cohaagen, Give Deez People Ehyar
  • Iron Fist

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