Howard Carpendale - Stark - Cover
Große Ansicht

Howard Carpendale Stark


  • Label: Koch Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Stark“ legt Howard Carpendale ein solides Album vor, mit dem sich leben lässt.

Mit seinem Rücktritt vom Rücktritt und dem tollen, mit Platin ausgezeichneten Album „20 Uhr 10” (11/2007) meldete sich Howard Carpendale (63) bei seinem Publikum zurück. Dieses dankte dem Sänger obendrein mit einer ausverkauften Tournee und von Herzen kommenden Sympathiebekundungen. Doch nichts ist so vergänglich wie der Erfolg und jeder Künstler ist immer nur so gut wie sein aktuelles Werk. Das war auch Howard Carpendale bewusst und so stürzte er sich mit seinen Textern und Komponisten André Franke und Joachim Horn-Borges in die Arbeit an ein Nachfolgealbum.

Rund ein Jahr bastelte das Trio zusammen mit den Produzenten Werner Becker und Thorsten Brötzmann in den Berliner Airplay Studios an neuen Songs, mit denen die Persönlichkeit des Interpreten wieder genau getroffen werden musste. Denn nichts ist schlimmer als ein Künstler, der sich von anderen verbiegen lässt und ohne Authentizität agiert. Deshalb ist es wohl auch kein Zufall, dass eines der neuen Stücke auf „Stark“ ausgerechnet diese Thematik entfernt streift („Das bin ich nicht“). In solchen Momenten spürt man die Stärke der Drei, die Songtexte so gestalten, dass sie immer so klingen, als hätte Howard Carpendale die Geschichten darin hautnah erlebt.

Diese Textkunst bezieht sich sowohl auf klassische Beziehungsthemen („Jetzt bist du weg“), als auch auf politische Statements („Yes we can“) und Liebeserklärungen der besonderen Art („London“). Natürlich schrammt Carpendale damit auch das eine oder andere Mal verdächtig nah am Kitsch vorbei („Weck mich im Septemberwind“), doch unterm Strich kann ihm der Hörer seine Songs bedenkenlos „abkaufen“. Woran es diesmal etwas hapert, ist die musikalische Umsetzung der 12 Songs. Diese erreicht nur selten die Strahlkraft des Vorgängers, der mit seinen natürlichen und erdigen Klängen Maßstäbe setzte. Auf „Stark“ erleben wir Rückschritte in Richtung schlagerartiger Klänge („Geh aus meinen Träumen“, „Wo soll das noch enden“), es werden Discogrooves eingesetzt, die mal funktionieren („Noch immer mittendrin“), aber auch in die Hose gehen („Alles live“).

Mit „Stark“ legt Howard Carpendale ein solides Album vor, mit dem sich leben lässt. An das Überraschungscomeback „20 Uhr 10” kommt es freilich nicht heran. Dazu fehlt den Songs einfach die Aura von Stücken wie „Durban, South Africa“, „Bin wieder da“ oder „Goodbye America“.

Anspieltipps:

  • London
  • Alles überlebt
  • Das hätt ich nie gedacht

Neue Kritiken im Genre „Schlager/Pop“
2/10

Arschkarte
  • 2016    
Diskutiere über „Howard Carpendale“
comments powered by Disqus