Tracedawn - Ego Anthem - Cover
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Tracedawn Ego Anthem


  • Label: Drakkar/Sony Music
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Tracedawn heißen die Finnen, die um ihre skandinavische Herkunft NULL Geheimnis machen. Von der ersten Sekunde hört man, dass ihr die berühmten Nordmänner am Rocken sind. Gnadenlos und unaufhaltsam erklingen die Gitarrengewitter und der – nennen wir es mal – Gesang, welcher eigentlich keinen Menschen, sondern Monstern zuzuordnen ist. Dazu paaren sich ein hochmelodischer Chorus und natürlich ein Keyboard, das einfach nicht die Klappe halten kann.

In den folgenden nicht einmal vierzig Minuten wird gnadenlos auf die Gehörgänge des Hörers eingeschlagen und alle Klischees des Skandinavien-Metals werden im posi- wie auch negativen Sinne bedient. Alles klingt hammerhart, aber auch alles so, als hätte man es so schon mal gehört. Sogar auf ein und demselben Album. Große Wiederholungsgefahr ist ein stetes Problem der Finnen auf diesem kurzen Longplayer. Es gibt natürlich auch richtige Kracher (im wahrsten Sinne des Wortes), wie „Scum“, das wirklich das Prädikat erbarmungslos verdient. Andererseits hören sich einige Stück an, als wären sie die bloße Fortsetzung des eben gehörten Tracks („Make Amends“ und „Part Of The Wounden“, sowie „Your Way Is Not For My“ und „Dirt Track Speedball“).

Nach abgelaufener Spielzeit kann man nicht genau sagen, wie viele Tracks man gehört hat, da das Album ineinander verwoben ist und so wenig Eigenheiten, sondern eher ein großes, nicht steriles, aber überschaubares Klangbild abliefert, wenngleich es aus verrückten Strichen und Klecksen besteht. Zwar gibt es Ausnahmen, wie eben genanntes „Scum“ oder „Brain Attack“, das zwar im Refrain verboten altmodisch klingt, aber mit den Strophen einen herrlichen Cocktail ergibt. Insgesamt haut das Paket aber nur richtige Fans oder Adrenalinsüchtige vom Hocker. Und unter jenen sind auch nicht alles Classic-Metal-Fans. Diese Wurzeln fallen der Gruppe natürlich auch im obligatorischen ruhigeren Stück am Ende der CD zu Lasten, jedoch rettet ein wahnwitziges Riff die Lage und sorgt dafür, dass das Album sich nicht unter Wert verkauft.

Neun Lieder, viel Pathos, bekannte Strukturen und Gitarren, die sich zu oft an Geschwindigkeit ergötzen. Tracedawn beherrschen ihr Metier gut, sehr gut sogar und nehmen ihr Album „Ego Anthem“ tatsächlich zu egoistisch. Hier wird zu souverän an die Sache herangegangen und auch, wenn jeder Track zu unterhalten weiß, grenzt sich keiner wirklich vom anderen ab. Hier fehlt es klar an Überraschungsmomenten oder dem Rezept zum Fingerlecken. Ohne dieses ganz Besondere hat die Band lediglich ein weiteres solides, vielleicht sogar gutes Album in Sachen Metal herausgebracht.

Anspieltipps:

  • Scum
  • Brain Attack
  • Forsaken

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