Arch Enemy - The Root Of All Evil - Cover
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Arch Enemy The Root Of All Evil


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass Angela in Sachen gesangstechnischer Kompetenz und Charisma gegenüber dem früheren Sänger Johan Liiva klar die Nase vorn hat, steht außer Frage.

Nach ihrem Einstieg in die Band im Jahre 2001 wurde die deutschstämmige Guttural-Sängerin Angela Gossow das Aushängeschild von Arch Enemy und bescherte der Melodic Death Metal Truppe internationalen Erfolg von ungeahnten Ausmaßen. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere fassten die fünf Mitglieder nun den Plan ins Auge, verstärkt auch alte Stücke in ihr Live-Set zu integrieren. Im Zuge dessen begab man sich ins Studio, wo Drummer Daniel Erlandson, Basser Sharlee D’Angelo, die Gitarristen-Gebrüder Michael und Christopher Amott zusammen mit Angela eine Auswahl aus Songs der ersten drei Arch Enemy Alben neu einspielten. Oder anders ausgedrückt: Eine Auswahl aus Songs aus der Zeit, bevor das blonde Höllenfeuer namens Angela bei den Schweden das Mikrofon in die Hand nahm. So erscheinen jetzt, unter dem passenden Titel „The Root Of All Evil“, zwölf Arch Enemy Klassiker frisch interpretiert und so wuchtig wie nie zuvor.

Bei genauerer Betrachtung der Zusammenstellung ist erfreulich, dass die Tracklist keine seelenlose Hit-Chronologie wie bei einer gewöhnlichen Best-Of Platte ist, sondern die Songs so durchgemischt wurden, dass ein stimmig wirkendes Album dabei herauskommt, samt neuem Intro zum Spannungsaufbau. Die Kehrseite der Medaille ist dabei, dass vom Debütalbum „Black Earth“ (1996) vier, von „Burning Bridges“ (1999) ganze sechs, vom zweiten Langspieler „Stigmata“ (1998) aber nur zwei Stücke verwendet wurden. Bei so einem Einblick in die frühen Jahre einer Band wäre mehr Ausgewogenheit wünschenswert gewesen. Das neuste der drei ersten Alben, wo sich bis auf den Gesangspart erstmals das heutige Line-Up zusammenfand, scheint der Band am meisten am Herzen zu liegen, obwohl Arch Enemy von Anfang an eine hohe Qualität an den Tag legten, nicht zuletzt dank Bandgründer Michael Amott, der sich schon vor Arch-Enemy-Zeiten mit Carcass einen Namen machte.

Dass Angela in Sachen gesangstechnischer Kompetenz und Charisma gegenüber dem früheren Sänger Johan Liiva klar die Nase vorn hat, steht außer Frage. Trotzdem muss man bedenken, dass die Songs von vor Angelas Zeit auch ihren ganz eigenen Charme haben. Die Amott-Brüder sorgten damals schon für den beeindruckenden Gitarrensound und Schlagzeuger Daniel war bis auf eine kurze Pause auch schon immer dabei. Daher weisen die neu eingespielten Lieder keine maßgeblichen Unterschiede zu den Originalen auf, bis auf die makellose, zeitgemäße Produktion und das beißende Growling der „Neuen“, weshalb sich „The Root Of All Evil“ als nette, aber keineswegs notwendige Idee herausstellt.

Während Angela sich in „Diva Satanica“ absolut selbst übertrifft und Ex-Schreihals Liiva auf die hinteren Ränge verweist, gelingt es beispielsweise in „Dark Insanity“ nicht, die rohe Power des Originals einzufangen, da die neue Version einfach zu glatt daherkommt. Doch die Waage schwankt nur im geringen Maße. Evergreens sind auf jeden Fall „Bury Me An Angel“ oder „Silverwing“, dank der perfekten Kombination aus brutaler Härte und melodischen Ohrwurm-Riffs, sowohl in der damaligen als auch in der aktuellen Variante.

„The Root Of All Evil“ dient im Grunde allein dem Zweck, die alten Schinken mal aus der mächtigen Kehle der jetzigen Sängerin zu hören. Außerdem können sich Arch Enemy-Neueinsteiger ihre Greatest-Hits-Compilation zusammen mit dem im Februar 2009 erschienenen „Manifesto of Arch Enemy“, welches das Beste seit 2001 beinhaltet, vervollständigen. Dagegen ist nichts einzuwenden.

Anspieltipps:

  • Diva Satanica
  • Bury Me An Angel
  • Dead Inside
  • Silverwing

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