Pawel Kaczmarczyk - Complexity In Symplicity - Cover
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Pawel Kaczmarczyk Complexity In Symplicity


  • Label: Act/EDEL
  • Laufzeit: 62 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der junge Pole hat es geschafft. Wahrscheinlich früher als er es sich selbst erträumt hat. Sein enormes Talent am Klavier hat ihm sicherlich den Weg geebnet. Den Weg zum renommierten ACT Label (E.S.T., Lars Danielsson, Nils Landgren) und zu einem breiteren Publikum. Der 25-jährige Kaczmarczyk ist auf dem besten Weg in die Fußstapfen von Leszek Mozdzer zu treten. Nicht unbedingt musikalisch, denn obwohl beide dasselbe Instrument spielen, ist ihre Jazzmusik sehr unterschiedlich. Dafür kann er ebenfalls einen schnellen Sprung ins obere Jazzregal schaffen.

Pawel geht, anders als auf dem Vorgänger „Audiofeeling“, ganz andere Wege. Kein Schwerpunkt mehr auf seinen die Tastatur entlang eilenden Fingern, keine Soloeskapaden, kein reines Pianoalbum mehr. Diesmal ist ein ganzer Haufen Gastmusiker mit von der Partie, alles polnische Jazzer, die in unterschiedlichen Zusammensetzungen musizieren und das Gefühl einer großen Jazzband vermitteln. Egal ob im Trio, Quartett oder Septett. Unglaublich erwachsen, viel ambitionierter und auch deutlich klassischer ist die neue Musik. Eine Kehrtwende, die wahrscheinlich keiner auf der Rechnung hatte. Faszinierend, wie gut Kaczmarczyk die vielen Instrumente unterbringt. Sie gehen weder im großen Ganzen unter, noch stechen sie zu sehr hervor. Pawel selbst ist ungewöhnlich zurückhaltend und spielt sich kaum in den Vordergrund, genau wie der Rest.

Auf dem Album findet man Balladen („Elegy For E.S.“ oder „Adorable Little Rose“), Freejazz-Improvisationen („Logan“ und „Complexity In Simplicity“), Jazzfunk („Catch More Chicks“) und mehr. Es wird den verstorbenen Freddie Hubbard („Homage To Freddie”) sowie Esbjörn Svensson („Elegy For E.S.“) Tribut gezollt. Ein lebender Künstler wird ebenfalls zitiert, denn überraschenderweise ist neben den eigenen Kompositionen eine Interpretation von Elton Johns „Blue Eyes“ enthalten. Jedes Lied eine andere Welt, die Diversität der Musik lässt einen beim ersten Hören wahrlich staunen.

Besonders hervorzuheben ist das ruhige, vielfältige, mit einem immer wiederkehrenden melodischen Part versehene „Adorable Little Rose“. Dieses Musikstück erklärt den Titel des Albums in Tönen, dies ist wahrlich Komplexität verpackt in Einfachheit. Eine scheinbare Antithese, die dieses Album auszeichnet. Aber auch „Complexity In Simplicity“ wird dem Titel gerecht, indem es zeigt, dass Improvisationen nicht ausarten müssen. In „Catch More Chicks“ oder „Logan“ ist es schon deutlich konfuser. Ja, Kaczmarczyk ist auf einem guten Weg.

Anspieltipps:

  • Homage To Freddie
  • Elegy For E.S.
  • Complexity In Simplicity
  • Adorable Little Rose

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