Bigelf - Cheat The Gallows - Cover
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Bigelf Cheat The Gallows


  • Label: Plastic Head/SOULFOOD
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Kennen Sie eine Band, die Deep Purple, Led Zeppelin, Black Sabbath, The Beatles und sogar Queen vereinigt? All diese Größen der Rockgeschichte sind in der Musik von Bigelf wieder zu entdecken und noch einige mehr. Das klingt doch bestimmt total überladen denken Sie jetzt? Ganz und gar nicht. Bigelf praktizieren in gewisser Hinsicht das, was Guns N' Roses Anfang der 90er gemacht haben – die Grenzen des Hardrock ausloten. Sie klingen old school und modern zugleich, verschmelzen die Vergangenheit mit der Moderne. Eine schwierige Aufgabe, nicht zuletzt durch die unglaubliche Musikflut in der heutigen Zeit und die Ausrichtung der Musikbranche auf deutlich konsumfreundlichere Musik.

Insofern fällt man mit solchem Musikstil nicht mehr so auf wie vor 30 Jahren und erzielt auch nur schwierig einen bleibenden Eindruck. Schade, denn das Zeug zu Rockstars haben die vier bärtigen Typen. Okay, die Stimme ist vielleicht nicht charakteristisch genug, aber der Rest passt. Hört euch „The Evils Of Rock & Roll“ an und Ihr werdet an Black Sabbath erinnert oder „Race With Time“, das in vielen Teilen Pink Floyd auferstehen lässt. Ihr Sound ist geradezu orchestral wie in „Blackball“ (ohne Orchester aber mit Blasinstrumenten) oder auch klassisch rockig (obwohl mit Orchester) wie in „Money, It's Pure Evil“. Die Herren aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten haben einfach alle wichtigen Rockbands verspeist und spucken uns den dabei entstanden Brei aus, der alt ist aber doch neu aussieht.

Progressive Rock im eigentlichen Sinne spielt diese Band aber nicht. Progressive im Ansatz durch reichhaltige Kompositionen, lange Stücke mit vielen Wendungen, unterschiedliche Instrumentierung (Hammond, Mellotron, Blasinstrumente) und viele Musikeinflüsse – das ja. Musikalisch sind sie aber eindeutig im Hardrockbereich verwurzelt. Led Zeppelin zum Beispiel haben mit „Physical Graffiti“ viele von diesen Elementen eingesetzt und wurden trotzdem nicht gleich als Progressive verschrien. Irgendwie scheint es ein Modewort zu sein, ein Topf, in den gerne Bands geworfen werden, wenn sie ein wenig schwieriger zu kategorisieren sind. Ok, ich gebe zu, im abschließenden Longtrack „Counting Sheep“ klingt es dann doch ziemlich nach Progrock.

Mike Portnoy ist jedenfalls aufmerksam geworden auf Bigelf und hat sie auf die Progressive Nation Tour durch Europa eingeladen. Live klingen die vier Musiker wirklich wie eine gute Rockband der 70er Jahre mit einer ordentlichen Portion psychedelischer Töne. Anspruchsvoll, abgedreht, hörens- und empfehlenswert!

Anspieltipps:

  • Blackball
  • Money, It's Pure Evil
  • The Evils Of Rock & Roll
  • The Game
  • Hydra

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