Five Finger Death Punch - War Is The Answer - Cover
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Five Finger Death Punch War Is The Answer


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

5FDP sind am stärksten, wenn sie ruhige, gefühlvolle Sachen spielen.

Five Finger Death Punch, hell yeah. Kaum ein Bandname klingt mehr nach „auf die Fresse“. Doch so einfach ist es bei diesen fünf Herren dann doch wieder nicht. Sie spielen hauptsächlich eine groovige Variante des modernen Metal, lassen sich mehreren sowohl älteren als auch jüngeren Subgenres zuordnen und fallen außerdem gerne mal durch ungeahnt sanfte Klänge auf. Ihr Erstling „The Way Of The Fist“ wurde überwiegend freundlich aufgenommen, wenn auch von vielen Seiten eine fehlende Eigenständigkeit bemängelt wurde. Das neue Werk „War Is The Answer“ enthält eine zusätzliche Kappe Weichspüler und setzt ansonsten den einst eingeschlagenen Weg unbeirrt fort.

Kräftige Blastbeats und wütendes Gebrüll, gebrochen von einem klar gesungenen Refrain, leiten die Platte ein. Dazu noch schnell ein kleines Solo und fertig ist der solide Opener „Dying Breed“. Das nachfolgende „Hard To See“ gibt sich mit dem gedrosselten Tempo und dem Fokus auf Melodie sogleich als die erste Singleauskopplung zu erkennen. „Bulletproof“ zieht die Temposchraube dann wieder ordentlich an, bevor bei „No One Gets Left Behind“ schon wieder etwas locker gelassen wird und sich „Crossing Over“ schließlich als erster richtiger Ruhepol entpuppt. Das Feuerzeug kann man aber gleich wieder einpacken, denn das anschließende „Burn It Down“ verleitet im Mid-Tempo zum Headbanging und kommt sogar mal ohne Clean-Gesang aus.

Aber was ist jetzt los? Da fängt man gerade an in Fahrt zu kommen, da wird es erst richtig besinnlich: „Far From Home“ wartet mit Akustikgitarre und Streicherklängen (!) auf, während man Sänger Ivan Moody lauschen darf, wie er sein ganzes Feingefühl durch die harte Schale scheinen lässt. Doch bevor man den Refrain korrekt mitträllern kann, kommt schon wieder ein Mid-Tempo Faustschlag namens „Falling In Hate“, der gegen Ende durch einen recht fetten Breakdown glänzen kann.

Wer bis jetzt nicht hinterm Ofen hervorgelockt wurde, wir das auch nicht mehr durch den letzten Teil der Platte. „My Own Hell“ gibt sich gezügelt, „Walk Away“ ist eine weitere Ballade (wenn auch die wahrscheinlich überzeugendste des Albums). In Form eines recht uninteressanten Instrumentalstücks, „Canto 34“, wir dann die Laufzeit der Platte nochmal verlängert, bevor mit „Bad Company“ ein nettes Cover der gleichnamigen Band die Chose langsam ausklingen lässt. Titeltrack „War Is The Answer“ hat als Schlusslicht kaum eine andere Funktion als ein Wachmacher, damit man nicht vergisst, dass Five Finger Death Punch ja eigentlich Heavy Metal machen. Und das wäre es dann also.

5FDP sind am stärksten, wenn sie ihre ruhigen, gefühlvollen Sachen spielen, zumal ihre ganzen härteren Stücke eine gewisse Belanglosigkeit nicht abschütteln können. Und mit Ivan Moody (u.a. Ex-Motograter) holte sich Bandgründer Zoltan Bathory (Gitarre) einen wirklich begnadeten Sänger ins Boot, der eben speziell in den Balladen zeigt, dass er weit mehr ist, als ein weiterer Shouter. Doch auf der anderen Seite lässt zu viel Schritttempo ganz schnell Langeweile einkehren. Viele Metalheads werden sich mit dem durchwachsenen Härtegrad dieser Band nicht so recht anfreunden können, während Liebhaber der Singles immer noch abgeschreckt werden könnten, wenn sie sich erst mal die kompletten Alben zu Gemüte führen.

Auch diese Formation wird ihre treuen Anhänger finden bzw. schon gefunden haben, aber es lässt sich sagen: Auf „War Is The Answer“ machen Five Finger Death Punch nichts, was Bands wie Mudvayne, Sevendust oder Stone Sour nicht schon besser oder zumindest interessanter gemacht haben. Das große Potential der Band bleibt in den vielen schlichtweg durchschnittlichen Songs auf der Strecke. Mit ein paar Liedern weniger auf der Tracklist, darunter auch welche von den gemächlichen, die Band- und Albumtitel sowieso nicht gerecht werden, hätten Five Finger Death Punch nichts verloren, sondern der Kurzweile und dem Hörvergnügen nur positiv entgegengewirkt. „War Is The Answer“ bringt nicht den erhofften Schuss Innovation, den „The Way Of The Fist“ vermissen ließ, sondern stattdessen einen Schuss mehr Massentauglichkeit. Bleibt zu hoffen, dass die nächste Kriegserklärung der fünf Jungs keine so halbleere Versprechung sein wird wie diese.

Anspieltipps:

  • Hard To See
  • Burn It Down
  • Walk Away
  • Falling In Hate

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