Lovestoned - Rising Love - Cover
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Lovestoned Rising Love


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Spätestens seit Jason Mraz ist wieder offensichtlich, dass die Leute auf den frischen Surfersound stehen, der seit Jahrzehnten unverändert für gute Laune sorgt. Entspannte Klänge und sanfte Stimmen, das ist das Rezept. „Das können wir auch!“, dachte sich der Vierer Lovestoned wohl und nahm mal schnell ein Album auf. Sich selbst als Hippies bezeichnend und am Ende doch wie H&M-Models herumwatschelnd, stürmten sie mit „Rising Girl“ schon mal die eine oder andere Radio-Rotation. Einfache Melodie, einfache Lyrics (das ist nicht positiv gemeint) und einfaches Prinzip: Bloß nicht nachdenken! Lovestoned wollen brachial mit entspannter Musik, die sich einmal zu oft mit der aktuellen Chart-Pop-Prinzessin getroffen haben kredenzen, was mit laufender Spielzeit auf den Senkel geht.

Natürlich, Lieder wie „Rising Girl“ brennen sich ins Kurzzeitgedächtnis, aber auf Dauer bieten die Lieder einfach keine hörenswerten Elemente mehr. Lovestoned haben die perfekte Hintergrundmusik für eine Party geschaffen. Keine bedrückende Stille, aber man kann sich in Ruhe unterhalten, denn mitsingen muss man bei dieser Mischung aus Mraz und Bro’Sis nun wirklich nicht. Letztere Band beschreibt den Charakter von Lovestoned schon ziemlich gut. Sieht man diese vier Gestalten und ihr Auftreten inklusive der Musik, will man sie nicht wirklich ernst nehmen und die immer gleichen Pop-Nummer, die jeweils nur mit einem differenzierten Chorus aufwarten, geben den Kritikern recht. Kurzweilige Unterhaltung der minder guten Sorte.

Möchte man etwas Positives über diese Gruppe verlieren bleibt nur, dass sie Radiohörer am frühen Morgen und nach der Arbeit glücklich machen werden, halt jene Leute zu jenen Zeitpunkt, die sich einfach nur noch mit Zucker-Pop berieseln lassen wollen und für die Led Zeppelin jetzt doch zu viel des Guten ist. Wer sich in tieferes Gewässer trauen mag, dem sei dann lieber Herr Mraz angeraten. Da wird noch etwas Neues geboten und nicht schlimme Erinnerungen an den 90er-Pop wieder hervorgeholt. Die Krönung des Ganzen ist ein Medley aus den Stücken „Somewhere Over The Rainbow“ und „What A Wonderful World“, welche die Tiefe ihres Ursprungs völlig verlieren und plötzlich wie frohe Partylieder klingen. Das muss man Lovestoned zumindest lassen: Sie können wohl wirklich allem ihren Pop-Stempel aufdrücken.

Anspieltipps:

  • Rising Girl
  • Bye Bye Bye
  • Invitation

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