The Black Dahlia Murder - Deflorate - Cover
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The Black Dahlia Murder Deflorate


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Jedes einzelne Lied ist auch nur ein irres Blastbeat-Gewitter zum heiteren Ausrasten.

Keine Nacht ohne Morgendämmerung. War das Cover des 2007 erschienen Albums „Nocturnal“ noch ganz humorlos und düster, zeigt sich „Deflorate“ vorne drauf sehr bunt und äußerst skurril, wobei die räumliche Perspektive wieder dieselbe ist, fast wie eine Parodie auf den Vorgänger. In diesem Fall lässt sich die Form auf den Inhalt übertragen, denn die neue The Black Dahlia Murder Scheibe „Deflorate“ erweist sich als kaum mehr als eine weitere Variante von „Nocturnal“, trotz dezent abgeändertem Drum- und Gitarrensound und Besetzungswechsel an einer der Gitarren. Zum Glück war „Nocturnal“ der klangliche Höhepunkt der Band.

„I think as a band we really found our footing on Nocturnal. This time, we’ve taken this beast to the next level.” erzählt Sänger Trevor Strnad. Zu Ersterem kann man ihm nur beipflichten; das besagte „nächste Level” ist jedoch nur für sehr geschulte Ohren erkennbar, bzw. gehört es eben einfach dazu, dass der Künstler das über sein neuestes Album sagt. In gewohnter Manier geht es mit „Black Valor“ und „Necropolis“ los, bis mit dem dritten Titel „A Selection Unnatural“ die brachialste Nummer seit eh und je an den Tag gelegt wird. Über das gemäßigte „Denounced, Disgraced“, das zunächst eher flach wirkende aber wachstumsfähige „Christ Deformed“ und den Mosh-Quickie „Death Panorama“ geht es dann zu „Throne Of Lunacy“, das sich als verspieltester Track der Platte erweist. Nachdem Strnad in „Eyes Of Thousand“ seine reißerischsten Schreie von sich gibt, packen die Saitenquäler in „That Witch Erodes The Most Tender“ kurz vor Halbzeit das heißeste Riff des Albums aus. Zu guter Letzt bleibt „I Will Return“, das mit fünfeinhalb Minuten die längste Laufzeit hat und auch mit den meisten Ideen vollgepackt ist. Ein toller Schluss, nach dem man wahrscheinlich noch nicht mal ganz satt ist. Aber der Titel schürt ja genau die richtige Hoffnung.

Doch machen wir uns nichts vor – jedes einzelne Lied ist auch nur ein irres Blastbeat-Gewitter zum heiteren Ausrasten, wohlgemerkt aber mit einer solchen Präzision gespielt, dass die Synapsen sich das halbstündige Gepolter problemlos gefallen lassen können. Das zeichnet The Black Dahlia Murder aus und brachte sie dorthin, wo sie heute sind und auch schon bei „Nocturnal“ waren. Denn angesichts der Entwicklung, die die Jungs im Laufe ihrer ersten drei Langspieler durchmachten, kann man das kurzweilige „Deflorate“ auch gut und gerne nur als „Nocturnal 2“ bezeichnen. Oder als „Dawn Of The Dead“. Dann bleit mit Spannung zu erwarten, wie der „Tag der Abrechnung“ klingen wird.

Anspieltipps:

  • Necropolis
  • Throne Of Lunacy
  • That Which Erodes The Most Tender
  • A Selection Unnatural
  • I Will Return

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