Living Colour - The Chair In The Doorway - Cover
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Living Colour The Chair In The Doorway


  • Label: Megaforce Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach drei, vier Songs packt die alte Living-Colour-Magie wieder zu.

Kennt noch irgendjemand die Crossover-Band Living Colour? Diese wurde Mitte der 80er Jahre in New York gegründet und von Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger protegiert. Die Texte der afro-amerikanischen Musiker waren politisch gefärbt und der Sound auf Alben wie „Vivid“ (1988), „Time’s Up“ (1990) und „Stain“ (1993) beeinflusste zahlreiche Rockbands. Die Band holte sich mehrfach Platin-Auszeichnungen, rotierte auf MTV, spielte in Stadien auf der ganzen Welt und gewann den Grammy.

1994 lösten sich Living Colour überraschend auf, um fast zehn Jahre später mit dem Comebackalbum „Collideoscope“ (2003) zurückzukehren. Es folgten diverse Live- und Best-Of-Alben und nun mit „The Chair In The Doorway“ endlich auch wieder ein neues Studioalbum. Dieses wurde in der klassischen Besetzung Corey Glover (Gesang), Vernon Reid (Gitarre), Doug Wimbish (Bass) und Will Calhoun (Schlagzeug) eingespielt und knüpft an den urtypischen Living-Colour-Sound der 90er Jahre an. Dabei werden coole Funk- und Jazzrock-Licks, Blues- und Hardrockklänge sowie heftig groovende Rhythmen miteinander kombiniert.

Die 12 Songs auf „The Chair In The Doorway“ wurden in den Sono Studios in der Nähe von Prag in Tschechien aufgenommen und das Coverartwork von der immer noch großen Living-Colour-Fangemeinde bestimmt. Veröffentlicht wird das Werk auf dem geschichtsträchtigen Label Megaforce Records (u.a. Bad Brains, Metallica, The Black Crowes, Anthrax), womit Living Colour mit „The Chair In The Doorway“ eine passende Heimat gefunden haben. Denn so wie man Megaforce Records mit den Kinderschuhen des 80er Jahre Heavy-Metal in Verbindung bringt, sind Living Colour klangtechnisch in den 90er Jahren verwurzelt. Und das hat sich bis dato nicht geändert!

Um das zu begreifen, braucht es etwas Anlaufzeit und einigermaßen Verständnis für eine merkwürdig schlappe Produktion. Doch nach drei, vier Songs packt die alte Living-Colour-Magie wieder zu. Die Herren beherrschen ihre Instrumente immer noch auf eine unheimlich virtuose Art und die stilistische Bandbreite lässt keine Wünsche offen. Anfänglich agiert die Band kompositorisch zwar noch etwas grobschlächtig („Burned bridges“, „The chair“), doch spätestens mit „Young man“ gibt es keine Zweifel mehr, dass Living Colour ihr Talent verloren haben könnten. Sie machen das enttäuschende „Collideoscope“ vergessen, was mit herausragenden Tracks wie „Behind the sun“, „Bless those (little Annie’s prayer)“ und „That’s what you taught me“ funktioniert, weil diese mit bärenstarkem Songwriting überzeugen. So lässt man sich ein Comeback gerne gefallen!

Anspieltipps:

  • Decadence
  • Young man
  • Behind the sun
  • That’s what you taught me
  • Bless those (little Annie’s prayer)

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