Hope Sandoval & The Warm Inventions - Through The Devil Softly - Cover
Große Ansicht

Hope Sandoval & The Warm Inventions Through The Devil Softly


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrer faszinierenden Stimme kennt man Hope Sandoval vor allem von den drei Alben, die sie zusammen mit musikalischen Partnern als Mazzy Star von Anfang bis Mitte der Neunziger ablieferte und damit zum gefeierten Genre Dream-Pop gehörte. Ein dichtes Soundgewebe und träumerische Arrangements voller Sehnsucht und Melancholie machten Mazzy Star aus, die derzeit wieder an neuem Material arbeiten. Vorerst wird das Vorhaben, als Mazzy Star wieder eine Platte zu veröffentlichen, aber nach hinten geschoben, ist Hope Sandoval doch mit Colm Ó Cíosóig (My Bloody Valentine) und anderen Musikern als Hope Sandoval & The Warm Inventions auch bestens beschäftigt. Das Album „Bavarian Fruit Bread“ liegt zwar schon acht Jahre zurück, aber wer einmal Hope Sandovals Stimme gehört hat, nimmt die Wartezeit gern in Kauf, zumal sie auch mit Air und Devendra Banhart umtriebig war.

Eingebettet in feinfühlige und akribisch ausformulierte Arrangements, die das Duo unter anderem mit der irischen Band Dirt Blue Gene eingespielt hat, erhebt sich also die unnachgiebig eindringliche Vokalpracht einer Hope Sandoval, die den wesentlichen Anteil an „Through The Devil Softly“ ausmacht. So schwebt sie engelsgleich über der Akustik-/Slide-Gitarre des Openers „Blanchard“ und legt den Grundstein für eine gleichzeitig meditative wie dunkel fesselnde Stimmung, die trotz der entspannten, ruhigen Töne jede Menge Anziehungskraft für sich vereinnahmen kann. Dazu gehört nicht nur die Stimme Sandovals, welche von sanft säuselnd bis mystisch bissig Facetten andeutet, um schließlich stets nur unverkennbar sie selbst zu sein, sondern auch die beim ersten Hören noch unterschwelligen, immer deutlicher hervortretenden Instrumentierungen.

Ob die Mundharmonika bei „Wild Roses“, die so oft wiederkehrende wie überwältigende Akustik- sowie Slide-Gitarre oder zaghaft eingestreute Streicher das Ruder an sich reißen, um den schwelgerischen Reigen an Details zu erweitern, eines bleibt unüberhörbar: Ein großes Gespür für Melancholie und die musikalische Umsetzung dieser auf erhabene Art und Weise. Da sitzt jedes noch so feine, instrumentale Detail am rechten Fleck und das Herz von Hope Sandoval und ihren Mitstreitern macht es ihm gleich. Auch wenn „Through The Devil Softly“ fast ausschließlich als Musik für die Nacht beziehungsweise endlos ergraute Herbsttage ist, so geschieht dies auf höchstem Niveau und mit einem Gesang, an dem man auch am helllichten Tag nicht emotionslos vorbeiziehen kann. Für den direkteren Weg sorgt beinahe überraschend das erlösende, durch markantere Drums im Kontext als aufrüttelnd anzusehende „Trouble“ und das ist gut so, wenn nicht sogar notwendig.

Anspieltipps:

  • Blanchard
  • Thinking Like That
  • There´s A Willow
  • Trouble

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
7.5/10

Mit Den Zehen Am Abgrund
  • 2019    
Diskutiere über „Hope Sandoval & The Warm Inventions“
comments powered by Disqus