Shakira - She Wolf - Cover
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Shakira She Wolf


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nun sollen sich Shakiras Electro-Pop-Wünsche erfüllen, was leider in die Hose geht.

Dance- bzw. Electro-Pop beherrscht spätestens seit dem Erfolg von Lady Gaga die weltweiten Charts. Kein Wunder, dass andere Künstler nach und nach auf den Zug aufspringen und probieren, etwas vom nicht mehr ganz so großen Kuchen abzubekommen. Auch Shakira (32) versucht es nach zweijähriger Pause auf diesem Weg, wie bereits die Singleauskopplung „She wolf“ verriet. Der extrem eingängige, von John Hill (Santigold, Jennifer Lopez, Natasha Bedingfield) produzierte Track stürmte zwar auf Anhieb die Charts in aller Welt, sollte dem geneigten Album-Käufer aber nicht zu früh in Sicherheit wiegen, die „alte“ Shakira zurückzubekommen.

Für das „She Wolf“-Album strebte die Kolumbianerin eine grundsätzliche Veränderung ihres Sounds an. Deshalb bezeichnet die 32-Jährige das Werk als „klangtechnisches Experiment, für das sie Elektronik, Beats und Synthesizer ausprobieren wollte“. Dazu studierte sie Folkmusik aus anderen Ländern und suchte nach neuen Einflüssen, um „elektronische Musik mit World Music, Tambourines, Klarinetten, orientalischer und Hindumusik sowie Dancehall usw. zu verbinden“.

Gegen Experimentierfreude und Mut zur Lücke spricht selbstverständlich nichts. Es dürfte aber das Geheimnis von Shakira und ihrem Label sein, warum dazu neben John Hill (vier Songs) ausgerechnet Wyclef Jean (ein Song) und The Neptunes (sechs Songs) als Produzenten und Co-Songwriter geholt wurden. Oder kann sich noch jemand daran erinnern, wann der ehemalige Fugees-Vorsteher und die Herren Pharrell Williams und Chad Hugo zuletzt alleine etwas Innovatives, geschweige denn Erfolgreiches auf die Beine gestellt haben?

Nun sollen sie also Shakiras Electro-Pop-Wünsche erfüllen, was leider – wie erwartet – über weite Strecken in die Hose geht. Das liegt zum einen an der Erwartungshaltung, die man einer Shakira-CD entgegen bringt, und zum anderen – und das ist der springende Punkt – an der musikalischen Umsetzung. Hier stellt sich das ein, was schon Lady Gaga in einem Interview bekannte, nämlich dass sie ihre Musik als „seelenlosen Electro-Pop“ empfindet. Es ist zwar prinzipiell egal, ob die Musik seelenlos ist oder nicht, wenn dem Publikum das Ergebnis gefällt, nur sollte das Ganze auch authentisch wirken.

Hier zeigt sich auch der große Unterschied zwischen Lady Gaga und Shakira. Bei der quirligen Dame aus Südamerika kommt zusammen, was nicht zusammen gehört. Dabei werden HipHop-Beats mit elektronischen Klängen, folkloristischen Elementen und Shakiras knödelliger Stimme vermischt, ohne dass davon wirklich etwas hängen bleibt („Long time“). Da muss man schon ganz genau hinhören, um zu erkennen, dass es sich um Shakira handelt („Why wait“). Und da die Tanzbarkeit der Songs im Vordergrund steht, gestaltet sich auch die Suche nach eingängigen Melodien schwierig. Solche blitzen nur vereinzelt in Stücken wie „Good stuff“ und „Men in this town“ auf, bevor das rockige „Mon Amour“ den regulären Album-Teil als Nummer-Sicher-Track beendet. Dazwischen tummeln sich mit „Gypsy“ und dem schrecklichen „Spy“ noch ein paar Belanglosigkeiten, mit denen auch kein Staat zu machen ist.

„She Wolf“ ist ein Experiment, das nur selten funktioniert und keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Shakira entfernt sich immer weiter von ihren Wurzeln und bringt damit ihren Status als einigermaßen authentischer Popstar ins wackeln, weil sie blind und unnötig einem Trend-Sound hinterher rennt, den sie besser anderen überlassen sollte.

Anspieltipps:

  • She wolf
  • Good stuff
  • Mon Amour
  • Men in this town

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