Jack Bruce & Robin Trower - Seven Moons: Live - Cover
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Jack Bruce & Robin Trower Seven Moons: Live


  • Label: in-akustik
  • Laufzeit: 90 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Jack Bruce und Robin Trower, oder anders gesagt Cream-Bassist trifft Procol Harum-Gitarrist. Und das nicht zum ersten Mal, denn die beiden haben bereits vor 27 Jahren (!) zusammen zwei Alben eingespielt, B.L.T. und Truce. Im Jahre 2008 war es dann wieder so weit, ihre erneute Zusammenarbeit fruchtete mit Seven Moons. Die beiden alten Herren (66 und 64) haben sich sogar dazu entschieden, das erste mal zusammen aufzutreten, um ihr neues Album live vorzutragen. Ans Schlagzeug haben sie Gary Husband gesetzt, der schon auf der Studioversion von Seven Moons tätig war. Er komplettiert das Trio und senkt das Durchschnittsalter mit seinen 49 Jahren.

So ein Event wird natürlich für die Ewigkeit festgehalten, auf CD und DVD versteht sich. Ausgesucht wurde dafür das dritte gemeinsame Konzert in Nijmegen, Niederlande am 28. Februar 2009. Die DVD bietet uns drei Tonspuren zur Auswahl: Stereo, Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1. Zwischen den beiden Mehrkanaltonspuren sind keine Unterschiede auszumachen, was drei unterschiedliche Gründe haben kann: a) Der Rezensent verliert langsam aber sicher sein Gehör durch den Genuss von zu vielen Konzerten; b) Es ist eine wirklich gute Anlage nötig, um die Unterschiede rauszuhören; c) Die Unterschiede sind tatsächlich nur marginal. Der Klang ist jedenfalls sehr klar und transparent, überzeugt also auf ganzer Linie. Der Mix ist sehr Front basiert und der Gesang ist über die ganze Front verteilt und nicht wie oft nur auf den zentralen Lautsprecher begrenzt.

Extras: Fehlanzeige! Es gibt einfach keine. Wenn man ehrlich ist, sind Extras auch nur selten wirklich interessant. Oft werden sie nur einmal angeschaut und dabei bleibt es auch. Einige Hintergrundinfos hätten sicherlich nicht geschadet, aber auf dieser DVD geht es um reine Livemusik, nicht mehr, nicht weniger. Die Bildqualität der DVD ist sehr gut und wird aktuellen DVD-Standards gerecht. Der Schnitt ist angenehm, ohne zu schnelle Kamerawechsel, genau richtig.

Kaum hat das Konzert angefangen, sieht Gary Husband schon aus, als ob er bereits ein Gig hinter sich hätte. Wahrscheinlich transpiriert der Mann einfach viel. Trower zaubert ein feines Gitarrensolo aus seiner Fender Stratocaster, was den beiden Protagonisten ein dickes Grinsen ins Gesicht treibt. Der Spaß kann beginnen. Nach drei Stücken von Seven Moons muss ein Klassiker her, „Sunshine Of Your Love“ aus dem Hause Cream. Das Stück fängt harmlos an, aber das Trio steigert sich rein, wobei Bruce und Trower ordentlich ihre Gitarren shreddern. Nun sprudelt auch die Spielfreude und das Publikum ist begeistert. Was zuerst nach Altersheim auf Tour wirkte, wandelt sich nun immer mehr in jungfräuliche Musikexzesse. Ein wohliges Cream-feeling entfaltet sich, Bluesrock mit einem Hauch psychedelischer Töne. Es folgt das sehr emotionsgeladene „Carmen“ aus der ersten gemeinsamen Zusammenarbeit und weitere Lieder von Seven Moons.

Trower lässt seine Gitarre des Öfteren aufheulen und erinnert mit seinem Sound stark an den legendären Jimmy Hendrix. Seine Mimik beweist eindrucksvoll mit welchen Emotionen er seine Soli spielt. Die Stimme von Bruce hingegen hat leider ein wenig an Variabilität und Ausdrucksstärke verloren, aber er gibt sein Bestes. Einen ziemlich makabren Humor hat der fast an Leberkrebs verstorbene Musiker jedenfalls, als er sich glücklich schätzt nicht nur in den Niederlanden auf dem Konzert zu sein, sondern überhaupt irgendwo zu sein.

Die drei Musiker bieten keine sonderliche Bühnenshow, aber das haben sie auch nicht nötig. Im Gegensatz zu vielen anderen Musikern, die ihr musikalisches Unvermögen durch Showeinlagen zu verdecken versuchen, überzeugt das Trio einfach musikalisch, denn die alten Hasen harmonieren einwandfrei miteinander. Sie strahlen eine so freudige Aura aus und nehmen so viel Power auf zum Ende, dass man der Meinung ist, eine noch längere Setlist hätte in einer Zerstörung der eigenen Instrumente enden können. Ein wenig Übertreibung muss auch sein, aber im Ernst: Hut ab vor dieser musikalischen als auch konditionellen Leistung!

Anspieltipps:

  • Seven Moons
  • Sunshine Of Your Love
  • Carmen
  • Just Another Day
  • Come To Me
  • White Room
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