Manchester Orchestra - Mean Everything To Nothing - Cover
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Manchester Orchestra Mean Everything To Nothing


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 53 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die US-Amerikaner um den erst 22jährigen Sänger Andy Hull haben allerhand zu bieten.

Manchester Orchestra stammen wie der Bandname ja schon eindeutig verrät aus dem schönen Atlanta und die ausufernd-orchestralen Bläser- und Streicherpassagen ihres zweiten Studioalbums „Mean Everything To Nothing“ sind in etwa genauso präsent wie ein doppelter und eisgekühlter Whiskey auf einem anonymen Alkoholikertreffen.

Böse reingelegt also! Die US-Amerikaner um den erst 22jährigen Sänger Andy Hull haben dennoch allerhand zu bieten. Hatte ihr Debüt „I’m Like A Virgin Loosing A Child“ zwar bereits zuhörend das Potential für einen zukünftigen Durchbruch des falschen Orchesters, so sind sie mit dem Nachfolger diesem Ziel einen erheblichen Schritt nähergekommen. Denn die vorherige, noch ein bisschen schwankende und an manchen Stellen unterproduzierte akustische Ausbeute ihres Erstlings, weicht nun breiteren Klangkonstrukten und vereint die elf neuen Stücken so zu einem homogenen und erquickenden Gesamtkunstwerk, für das alle Genre-Verwandten zu einem pompösen Rockfest eingeladen wurden. Schon der Opener „The Only One“ ist eine beschwingte, feurig-rockende Ansage die sich gewaschen hat und welche die eindeutige Marschrichtung der kommenden 53 Minuten vorgibt.

Die prägnante Stimme von Hull flaniert irgendwo zwischen Liam Gallagher, Conor Oberst und Colin Meloy und verleiht dem ohnehin unverbrauchten und griffigen Zusammenspiel seiner Bandkollegen eine zusätzlich auffallende Note. Das semi-epische in Brand New Sphären wirbelnde „Shake It Out“, das düster-inbrünstige „Pride“ oder das wunderschön zurückgelehnte und Verschnaufpausentechnisch einfach nur perfekt platzierte „I Can Feel A Hot One“ sind akustische Leckerbissen vom Ohrenfeinsten und katapultieren den Unterhaltungsfaktor dieser Scheibe stetig nach oben. Das dieser auch konstant auf hohem Niveau eingependelt wird liegt unter anderem an der herbeimusizierten Authentizität, quasi einer musikalischen Leichtigkeit des Seins. Das bewundert man an den manischen laut-leise-Wechsel auf „My Friend Marcus“ genauso wie im intensiven Schlussspurt „The River“- samt seines Country angehauchten, balladesken Hidden-Tracks.

Manchester Orchestra haben eine eindrucksvolle Platte aufgenommen, was sich in ihrem schnörkellosen und begeisternden Sound manifestiert. Krachende Gitarren, Trommelfell verknotende Melodien und zeitlos funktionierende Rocknummern machen „Mean Everything To Nothing“ zu einer (wenn nicht sogar) der erfreulichsten Neuentdeckung des Jahres.

Anspieltipps:

  • The Only One
  • Shake It Out
  • Pride
  • I Can Feel A Hot One
  • The River

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