Three Days Grace - Life Starts Now - Cover
Große Ansicht

Three Days Grace Life Starts Now


  • Label: Zomba/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon das selbstbetitelte Debütalbum der Kanadier von Three Days Grace brachte sie 2003 in aller Munde, was sich vor allem mit den drei Singles äußerte. So erklomm „I Hate Everything About You“ Platz 2 der amerikanischen Modern Rock-Charts, „Just Like You“ gar Platz 1 und „Home“ schloss ebenso erfreulich auf der 2 in den Mainstream Rock-Charts ab. Das zweite Album „One-X“ (2006) ging es genau so stürmisch an und stieg auf Platz 5 der Billboard Album Charts ein. Soweit die Auszeichnungen, die 2007 nicht lange mit solch Begriffen wie „Künstler des Jahres Kategorie Active Rock“ auf sich warten ließen, was immer auch Active-Rock sein mag. Für beide Alben gab es Platin und eben vor allem in den USA gehöriges Airplay samt folgsamer Fanschar. Hier eher nur bedingt bekannt, versuchen es Adam Gontier, Neil Sanderson, Brad Walst und Barry Stock mit dem dritten Album „Life Starts Now“ zum Weihnachtsgeschäft erneut mit einer neuen Version des hierzulande bereits Anfang Oktober veröffentlichten Longplayers.

Viel reißen dürfte dieser allerdings trotzdem nicht bei der recht kraftlosen Form von Mainstream-Rock, die simpel und vorhersehbar dem hymnischen Rock mit Radio-Garantie Tribut zollt, manchmal aber auch aufhorchen lässt, vor allem wenn es um technische Gegebenheiten geht. So kommt der Mid-Tempo-Opener „Bittertaste“ mit angedeutet virtuosem Gitarrenspiel und hervorragender Schlagzeug-Beschallung sympathisch daher, auch wenn der Gesang von Adam Gontier zu sehr die Chad Kroeger-Variante bemüht und der Sound eben einfach nur glatt ist, was einiges an möglicher Dynamik nimmt. Die Single „Break“ ist dann zuviel des Pathos und die Chor-Gesänge zu wenig motiviert, um dem typischen Wechsel aus verhaltenen Strophen und energetischem Refrain mehr Biss zu verleihen.

Sicherlich ist die musikalische Klasse von Three Days Grace unbestritten und auch die Songs weisen wirklich gelungene Fragmente auf, die dann jedoch von der Howard Benson-Produktion (Creed, Hoobastank, Kelly Clarkson u. a.) zu schnell glattgebürstet werden, was den druckvollen Rock, den die Kanadier definitiv spielen können, allzu oft verhindert. Richtig gut geht es auch: Das zeigen die Balladen „Lost In You“ oder „Last To Know“, die gar nicht erst versuchen zu rocken und dabei viel richtig machen sowie der gradlinige Rocker „The Good Life“ mit seiner schlichten wie wirkungsvollen Dynamik. Es scheint demzufolge immer wieder durch, wie frisch so ein Rock/Pop-Album mit der Mainstream-Ausrichtung klingen kann und manchmal eben auch mitreißt, doch die Schwachstellen sind zu prägnant und „Life Starts Now“ gelegentlich einfach nur ernüchternd fade, um mehr als Durchschnitt zu bieten.

Anspieltipps:

  • Bitter Taste
  • Lost In You
  • The Good Life
  • Bully

Neue Kritiken im Genre „Rock“
7.5/10

Das Pfefferminz-Experiment (Woodstock Recordings Vol. 1)
  • 2019    
Diskutiere über „Three Days Grace“
comments powered by Disqus