Kid Cudi - Man On The Moon: End Of Day - Cover
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Kid Cudi Man On The Moon: End Of Day


  • Label: Motown/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 63 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Kid Cudi überrascht mit Klängen, die frischen Wind ins kränkelnde HipHop-Business wehen.

Superstar Kanye West hat vor einiger Zeit ein Label gegründet, welches ganz unbescheiden Good Music heißt. Er verpflichtete John Legend und Common, die bekanntlich große Erfolge verzeichnen konnten. Nun nahm sich Mister West einem 25jährigen Rapper aus Ohio, Kid Cudi genannt, an und präsentiert auf seinem Label dessen Debüt.

Nachdem Kid Cudi nur mit einem einzigen Mixtape die Aufmerksamkeit von Kanye West und der Musikwelt auf sich gezogen hatte, überrascht er mit Klängen, die frischen Wind ins kränkelnde HipHop-Business wehen: Spacerock (mit Gitarren!), starken Electro-Einschlag vornehmlich durch Synthesizerklänge aller Art, klassischen Rap und R&B sowie Bruchstücke fremder Songs mischt der junge Mann so gekonnt und munter durcheinander, das es einem fast schwindlig wird. Ein Konzeptalbum, das grobe Thema steckt im Titel: „Man on the Moon“, also daraus entstehende galaktische Horrorszenarien, traut sich dieses unbeschriebene Blatt tatsächlich als Erstling zu. Im Grunde geht es auf der CD um seine Gefühle und Selbstzweifel, da findet man schnell die Parallele zu Kanye Wests emotionalem „808s & Heartbreak“.

Absolut genreuntypisch gibt Kid Cudi also seine Emotionen preis und komponiert 15 unterschiedliche Tracks, die kaum zueinander passen, aber trotzdem irgendwie zusammengehören. Es klingt eher wie ein Soundtrack zu einem seltsam melancholischen Außerirdischen-Film als nach einer typischen HipHop-Platte. Da wird dem Dancepop gehuldigt und Lady Gagas Riesenerfolg „Poker Face“ gesampelt, „Make Her Say“ nennt sich das, und es werden Synthie-Klangteppiche ausgelegt, als Beispiele „In my dreams“ und „Cudi Zone“, oder noch öfter wird dann doch noch gerappt. Dem heiß geliebten Autotune-Effekt, selbst Rapper können plötzlich singen, wird auch vereinzelt gehuldigt, obwohl das sicher langsam nicht mehr innovativ klingt. Der sommerliche gitarrengeführte Gute-Laune-Popmusik-Track „Up, Up & Away“ passt auch eigentlich nicht zum Rest, besitzt aber echte Sommerhitqualität. Man kann die einzelnen Details der Songs gar nicht so auseinanderpflücken, zu viele musikalische Überraschungen aus den oben genannten Versatzstücken gibt es auf die Ohren.

Kid Cudi vermag mit seinem Debüt zum Hoffnungsträger einer neuen HipHop-Generation zu werden, die sich nicht um Genreschranken kümmert und so vielleicht die Überlebensstrategie für HipHop sein könnte. Allerdings muss man sich an die sanfte Stimme und den dazugehörigen eher gemächlichen Sprechgesang von Cudi erst gewöhnen und nach einigen Hördurchgängen gefällt einem nicht jeder Song, doch viele bekommt man dafür nicht mehr aus dem Kopf. Zum Meisterwerk reicht es also noch nicht, aber im Genre HipHop setzt sich Kid Cudi schon in der obersten Etage fest.

Anspieltipps:

  • Soundtrack 2 my life
  • Simple as..
  • Make her say
  • Up, Up & Away (The Wake & Bake Song)

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